Zypern (ab Oktober 2015 – ?)

Es wird noch einmal ordentlich gebunkert in Agios Nikolaos und dann geht’s am 27.09. auf die letzte Etappe in diesem Jahr, 420 sm nach Zypern.

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Die letzten Meilen

Wir brauchen 4 Tage, die mit herrlichem Segeln, dem besten, was wir bisher im Mittelmeer erlebt haben wie im Flug vergehen. Bei achterlichen Winden von 5-6 Bf. erreichen wir am 01.10. die Karpaz Gate Marina. Wir werden vor dem Hafen mit Schlauchboot empfangen, zu unserem Liegeplatz gebracht. Alle sind ausgesprochen zuvorkommend, das Einklarieren übernimmt das Marinapersonal.

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Die Ente auf ihrem Liegeplatz

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Die Marina

So gönnen wir uns erst einmal ein ausgiebiges Frühstück und nehmen die Infrastruktur unter die Lupe. Es ist der reine Luxus. Ein hervorragendes Restaurant, das morgens um 08:00 Uhr öffnet und schließt, wenn der letzte Gast gegangen ist. Sanitäranlagen, wie man sie sonst nur im Hotel findet, ein Fitnessraum, Beachclub etc. Wir haben keine Bedenken, dass wir uns hier wohl fühlen werden. Einziger Wermutstropfen: der nächstgelegene Ort ist etwa 4 km entfernt. Da die Marina einen (kostenlosen) täglichen Shuttle eingerichtet hat, ist es zu verschmerzen. Zudem sind wir mit Fahrrädern ausgerüstet.

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Beim ersten Frühstück

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Das Restaurant

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Der Beachclub

Von der Marina angeboten werden eine tägliche Happy Hour und ein Kinoabend am Dienstag, die dargebotenen Filme sind allerneuesten Datums. Dazu gibt es Popcorn und Sitzgelegenheiten zum Hinlümmeln.

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Kinoabend mit Popcorn

Auch das Drumherum ist beachtenswert. Montags ist Markttag in Yenierenköy, mit anschließendem Kaffee und Döner bei Memeth, freitags gehe ich zum Rasieren zum Friseur. Eigentlich ein Beauty-Vormittag, nach der Rasur gibt es Massage, Gesichtsmaske, selbstverständlich Kaffee/Tee und freies WLAN. Die Entfernung aller übrigen nicht benötigter Gesichtshaare runden den Besuch ab (3 €!!).

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Wochenmarkt in Yenierenköy

Die Möglichkeit des Besuches der größeren Städte in Nordzypern (Lefkosa, Famagusta, Girne) wird ebenfalls gegen ein kleines Entgelt wöchentlich von der Marina angeboten. Von allen drei Städten gefällt uns Girne am besten, sie ist zweifellos auch die Touristenhochburg. Die Versorgung ist hervorragend, es gibt Supermärkte, die mit ihrem Angebot europäisch ausgerichtet sind, das steht in Zusammenhang mit den vielen britischen Pensionären, die hier ihren Lebensabend verbringen.

Die Landschaft ist grandios, sie gefällt uns noch besser als Sizilien. Jetzt im Frühjahr grünt und blüht es, mit einer Unmenge von Orchideen. Und mittendrin Horden von wilden Eseln. Einen treuen Begleiter auf unseren Spaziergängen haben wir auch: Cara, der Marinahund. Er lebt seit Inbetriebnahme hier, wird von allen gefüttert und genießt ein herrliches Leben.

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Blühende Landschaft

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Endlose Strände

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Und mittendrin die wilden Esel

Ach ja, Weihnachten und Silvester werden auch gefeiert, Weihnachten natürlich nur für Gäste.

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Das weihnachtlich geschmückte Restaurant

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Silvesterparty

Soweit die ersten Infos. Der Beitrag wird noch ausgebaut.

Kreta (September 2015)

Nun also auf zur letzten Etappe vor dem Zieleinlauf. Mittags am 06.09. holten wir den Anker ein.

Einen Tag später, nach entspanntem Segeln, liefen wir frühmorgens in Chania auf Kreta ein und bekamen auch sofort ein Plätzchen im Stadthafen, der sich jedoch als reine Folter erweisen sollte. Genau gegenüber der Ente, keine 20 m entfernt, reiht sich ein Restaurant nach dem anderen an der Hafenfront auf. An sich nichts Schlimmes, aber ab etwa 20:00 Uhr brach ein Höllenlärm aus. Jedes dieser Etablissements versuchte, noch ein bißchen lauter sein zu müssen als der Nachbar. In einem dröhnte Techno, nebenan war es griechische Folklore, live, versteht sich. Ruhe gab es erst ab ca. 03:00 Uhr.

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Die Ente vor der Hölle von Chania

Dafür war der Hafenmeister ein ausgesprochen netter Mensch. Er residiert in einer kleinen, ehemaligen Moschee.

Ansonsten ist Chania Tourismus pur. Wir sind definitiv zum falschen Zeitpunkt vor Ort. Menschenmassen, wohin man auch schaut. Wir nehmen’s mit Demut und machen das beste daraus.

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Zeugnisse aus der Zeit des Osmanischen Reiches

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Chania

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Lauschiges Plätzchen

Am 11.09. packen wir die Koffer und ziehen einen Ort weiter, nach Rhetimnon, wo wir einen Liegeplatz in der dortigen „Marina“ bekommen, der weitab von Lärm und Touristen ist. Dafür nehmen sie hier Gebühren, dass es einem schwindelig wird. Wasser und Strom gibt es, kostet aber 5,00 €/Tag. Dazu noch die Liegegebühren, die mit aber mit 6,00 € als ausgesprochen günstig ausfallen. Zum Glück bekommen wir die Höhe der Nebenkosten nach 3 Tagen mit, eigentlich wollten wir danach weiter. Weil es uns aber ausgesprochen gut gefallen hat in Rhetimnon, verlängerten wir. Die angehängten Tage lassen wir (offiziell!) strom- und wasserlos, da es keine Möglichkeit für den Marinabetreiber gibt, Verbräuche festzustellen. Bei der Höhe der Kosten haben wir auch kein schlechtes Gewissen.

Das Städtchen selbst sagt uns mehr zu, als der Vorgänger. Auch hier Massen von Touristen, aber man kann dem, landeinwärts ziehend, entgehen. So verbringen wir ein paar entspannte Tage mit Bummeln, Faulenzen und Wandern.

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Rhetimnon mit Hafen

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Rhetimnon

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Kontemplative Pause

Am 18.09. ist Schluß und es geht weiter nach Agios Nikolaos, mit einer Zwischenübernachtung in einer Bucht der Insel Dia, die der Hauptstadt Iraklion vorgelagert ist.

Nachmittags am 19.09. laufen wir in Agios Nikolaos ein, einer in Seglerkreisen bekannten Überwinterungsmarina. Das manifestiert sich sofort bei der Anmeldung im Büro, wo man uns eröffnet, das wir spätestens zum 01.10. den Hafen wieder verlassen müßten, da er für den Winter komplett ausgebucht sei. Wir beruhigen das Management, unsere Abreise sei für den 27.09. terminiert.

Es sind schon so einige Langzeitsegler da, allen voran – wie üblich – die Briten. Sie organisieren bereits das eine oder andere Event und so gibt’s erst einmal einen netten Grillabend.

Agios Nikolaos selbst unterscheidet sich in nichts von den beiden vorangegangenen Städtchen, Touristen, wohin man schaut. Zum Überwintern ist das für uns keine Alternative. Der Tourismus kommt spätestens im November so allmählich zum Erliegen, dafür aber auch alles andere, was damit zusammenhängt, Tavernen, Cafes, Kneipen. Wir sind sicher, mit Zypern die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

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Agios Nikolaos

Dem Trubel entgehen wir, indem ein Auto gemietet wird. Eine Fahrt ins Hinterland steht auf dem Programm, Lato, eine dorische Siedlung ist das Ziel.

An dieser Stelle eine Anmerkung zu den auf Kreta fast überall anzutreffenden Überbleibsel minoischer Kultur. Wir hatten bereits in den 80 zigern die Gelegenheit, uns ausgiebig mit den kulturellen Errungenschaften Kretas auseinanderzusetzen und sie zu besuchen. Viele davon lohnt kein zweiter Besuch, vor allem Knossos, das der gute Evans in seinem Wahn derart zubetoniert hat, das vom alten Kern nicht mehr viel übrig geblieben ist. Also beschränken wir uns auf Plätze, die uns ohne Einschränkung gefallen haben. Dazu gehört Lato, weitab von den üblichen Routen, inmitten einer hügeligen Landschaft, unspektakulär.

Als wir ankommen, müssen wir erst einmal Eintritt zahlen, gab’s beim ersten Besuch nicht. Uns schwant nichts gutes, die Befürchtungen stellen sich jedoch als unbegründet heraus. Die Ausgrabungsstätte stellt sich nach wie vor als ein Hort der Ruhe dar, nur von wenigen besucht. Wir genießen den Aufenthalt.

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Landschaft bei Lato

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Das alte Lato

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Zu Zeiten Latos war Agios Nokolaos der zugehörige Hafen. Zum Schutz vor Piraten hatte man sich mit dem Bau der Stadt landeinwärts orientiert.

Zurück im Leben besuchen wir Seglers Liebling: Lidl.

Peleponnes (August/September 2015)

Erster Stop Katakolon am 15.08. Als wir in den Hafen einlaufen stellen wir fest, dass wir in einer anderen Welt gelandet sind. Kaum Boote im Hafen, 5 oder 6 Besucheryachten. Nach dem Festmachen (römisch-katholisch) findet sich tatsächlich Strom- und Wasseranschluß an der Pier und zu unserer Überraschung: er funktioniert sogar. Außer uns noch ein Franzose, ein Brite, ein Däne. Es entspannt sich eine nette Unterhaltung über die Boote hinweg, in deren Verlauf die Briten unbedingt dazu raten, mit dem Zug das historische Olympia zu besuchen, was allerdings schon auf unserer Agenda stand.

Anschließend Gang durch die Gemeinde zum Kaffeetrinken. Es gibt nur wenig Tourismus. Dieser beschränkt sich auf die Passagiere von Kreuzfahrtschiffen, die fast täglich (!) den Hafen anlaufen, an einer zu diesem Zweck gebauten riesigen Mole festmachen und ihre Fracht zum Besuch der olympischen Kultstätte ausspucken. Für kurze Zeit ist Katakolon dann wegen Überfüllung geschlossen. Abends alles wieder ok.

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Im Hafen von Katakolon, Ankunft eines Kreuzfahrers

Bei der Suche nach einem Zugfahrplan müssen wir erkennen, dass sich dieser nach dem Eintreffen der besagten Urlaubsdampfer richtet. Also herumgefragt und für den Folgetag einen Treffer gelandet.

Abfahrt pünktlich um 09:00 Uhr. Die Fahrt dauert gut eine halbe Stunde und endet praktischerweise in unmittelbarer Nähe des Zuganges zum Olympia-Gelände. Leider sind wir natürlich nicht die einzigen, und so ist erst einmal Schlangestehen angesagt. Die Sprachvielfalt der Besucher ist ungeheuer. Ich glaube, ich habe noch keinen Ort besucht, an dem so viele Nationalitäten anzutreffen sind, vom Oktoberfest einmal abgesehen, aber diese Veranstaltung hat ja nichts mit Kultur zu tun.

Bis zur Rückfahrt des Zuges haben wir gut 2 Stunden Zeit, eigentlich zu wenig, aber angesichts der Massen, die durch das Gelände strömen, reicht es uns.

Die Kultstätte an sich ist erstaunlich gut erhalten und wird offensichtlich auch mehr oder minder gut instand gehalten. Am beeindruckensten natürlich die Wettkampfarena, in der sich schon Herrschaften wie Nero austoben durften. Wer will, kann auch heute noch seine Runden drehen, wir haben aus Temperaturgründen darauf verzichtet.

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Olympia-Gelände

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Der Zugang zur Arena

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Die Wettkampfstätte

Nächster Halt Kiparissia am 18.08. Eine griechische Kleinstadt ohne großen Tourismusrummel aber mit besten Versorgungsmöglichkeiten. Der Hafen gepflegt, es gibt sogar einen Wasseranschluß. Die Küstenwache kontrolliert, es sind allerdings auch hier nur eine Handvoll von Booten. Wir werden von einer gutaussehenden Dame überprüft, die jedoch einen Fehler in ihren Notizen machte, denn am nächsten Tag rückte die halbe Mannschaft an, um sich ein Boot anzusehen, das in Panama registriert ist. Nach einigem Hin und Her wurde der Irrtum aufgeklärt und alle waren zufrieden.

Neben uns liegt ein Engländer, der sein Boot über Winter hier geparkt hat (römisch-katholisch). Bei seiner Rückkehr stellt er Bewegungen im Schiff fest, die eigentlich nicht hätten sein dürfen. Also will er den Anker neu setzen, beim Einholen der Kette kommt aber kein Anker mit! Er vermutet Diebstahl. Können wir uns nicht vorstellen, also greift sich die Skipperin Maske und Flossen und sucht den Grund ab. Und sie findet ihn! Die Freude bei den Briten ist groß, zur Belohnung gibt’s einen Ausflug zu Lidl.

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Kiparissia in Sicht

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Der Hafen von Kiparissia

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Entspannung im Cafe

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Kiparissia

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Die Freude der Briten nach wiedergefundenem Anker

Frohgestimmt nach derlei Überraschungen brechen wir am 21.08. nach Pylos auf, nur ein paar Meilen weiter südlich. Die Kleinstadt erlangte Berühmtheit, weil die kreisrunde Bucht (Navarino), an der sie liegt, Schauplatz einer heftigen Seeschlacht war. Am 20. Oktober 1827 besiegte die alliierte Flotte aus Briten, Franzosen und Russen die türkisch/ägyptisch/tunesische und war das entscheidende Ereignis, mit dem Griechenland seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangte.

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Die Bucht von Navarino

In Gedenken an die Helden von Navarino (nicht zu verwechseln mit Navarone!) gingen wir am Abend erst einmal gemütlich essen.

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In Pylos

Der Hafen, in dem wir längsseits gehen konnten, wurde im Revierführer als Marina angepriesen. Wie fast überall in Griechenland eine maßlose Übertreibung, es gab weder Strom noch Wasser, von Sanitäranlagen ganz zu schweigen. Andererseits: Es kostet nichts!

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Längsseits in Pylos

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Hafen und Stadt

So blieben wir bis zum 24.08., um wieder nur ein paar Meilen weiter, um den ersten Finger des Peleponnes herum, vor Methoni zu ankern. Das Bedeutenste des Ortes ist in der Tat der Ankerplatz und eine aus venezianischer Zeit stammende Festung. Die übrigen Highlights sind ein bescheidener Tourismus und eine Reihe damit in Zusammenhang stehender Tavernen, von denen wir natürlich einige ausprobieren mußten. Insgesamt ein lauschiges Plätzchen zum Abhängen.

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Kastell in Methoni

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Die Reede vor Methoni

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Methoni

Nächster Stop Koroni am 26.08. Hier gab’s nur eine Übernachtung und auch sonst nicht viel zu berichten, bis auf das Ankermanöver am nächsten Morgen. Schon am Vortag hatten wir bei der Ankerkontrolle festgestellt, dass sich das Eisen zwischen zwei mächtigen Gesteinsblöcken verklemmt hatte. Beim Ankereinholen waren wir also vorgewarnt. Und richtig, der Anker ließ sich nicht einen Millimeter bewegen. Die Skipperin packte unser Tauchgerät aus und versuchte am Grund etwas zu bewirken, alles vergebens. Als letzte Option blieb also nur die nackte Gewalt. Lose auf die Kette gegeben, Leine an den Anker gebunden, Anlauf und mit Speed in die Leine gefahren, ein kurzer Ruck und der Anker war frei!!

Nach diesem Abenteuer freuten wir uns auf Kalamata, das wir am Nachmittag des 27.08. anliefen. Hier erwartete uns endlich eine Marina, wie man sie gewohnt ist. Wasser, Strom, ordentliche Duschen und eine Menge Tavernen.

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Kalamata Marina

Mit fast 70.000 Einwohnern gab es so etwas wie Großstadtflair. Die Stadt im Schatten einer Burg, die von fränkischen Kreuzfahrern im 13.Jahrhundert errichtet worden war, entpuppte sich als wahres Kleinod. Aufgeräumt, mit einem gelungenen Nebeneinander von Moderne und Altstadt, fahrradtauglich. Das die Versorgung hervorragend war, versteht sich.

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Kalamata von der Burg aus gesehen

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Eisenbahnmuseum

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Kalamata mag keine Katzen!

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Unser Lieblingscafe

Wir waren so begeistert, dass wir spontan überlegten, unser Winterquartier hier aufzuschlagen, ließen den Gedanken aber wieder fallen, da wir auf Zypern schon eine Anzahlung geleistet hatten. Aber wir behalten die Marina im Kopf, denn wir müssen aus dem östlichen Mittelmeer irgendwann wieder zurück.

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Quirlige Innenstadt

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Viele Tavernen in der Stadt

Es wurden schöne Tage, auch weil sich Gaby und Harald aus München dazu gesellten, zwei ausgesprochen sympatische Zeitgenossen, die mit der Langfahrtsegelei gerade erst begonnen hatten. Sie wollten noch in die Ägäis und dann eventuell auch nach Zypern.

Gemeinsam mit unseren neuen bayerischen Nachbarn brachen wir am 01.09. nach Limeni auf. Limeni ist ein winziger Ort in der Mani, ein Teil des Peleponnes, der den gesamten mittleren Finger umfaßt. Die Mani ist bekannt durch ihre Wehr-und Wohnturmarchitektur, die im engen Zusammenhang mit der jahrhundertelang praktizierten Blutrache steht. Die Wohntürme boten Schutz und Rückzugsorte für die verfeindeten Clans. Heute haben Architekten diesen Kubismus aufgegriffen und wunderschöne Gebäude mit den verschiedensten Funktionen überall in der Mani geschaffen.

Limeni ist ein optisch eindrucksvolles Beispiel dafür. Das Restaurant, in dem wir abends speisten, ist in einem solcher Gebäude untergebracht. Das hat alles seinen Preis, dafür haben wir aber während unserer Zeit in Griechenland nirgendwo so gut gegessen.

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Ankern vor Limeni

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Mani-Architektur

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Auch die Restaurants sind durch den Mani-Stil geprägt

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Mit Gaby und Harald beim Essen

Einen Tag später, 02.09., machten wir uns auf nach Porto Kaio, um den zweiten Finger herum, während Gaby und Harald wieder Richtung Kalamata aufbrachen.

Eigentlich in einer tiefen Bucht gelegen, zeigte es sich, dass auch noch unmittelbar vor dem Ort ein Wind von den Bergen pfiff, der z.T. sehr heftig ausfiel. Also den Anker gut einfahren. Der Ankergrund, obwohl Sand, stellte sich als so hart heraus, dass wir diverse Versuche brauchten, bis das Eisen richtig saß. Zum Glück konnten wir genügend Kette stecken, befestigten aber trotzdem eine Tripleine mit Boje am Anker. Später sah ich einen Franzosen nach seinem Anker tauchen, er kam zu uns herüber geschwommen und fragte scherzhaft nach einem Hammer, um seinen Anker in den Grund zu schlagen.

Der Ort selbst besteht aus 3 Tavernen am Ufer und einigen Hotels im Manistil. Eines davon besuchten wir, um uns nach den Konditionen zu erkundigen. Zur völligen Entspannung ist Porto Kaio genau das Richtige.

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Die Ankerbucht vor Porto Kaio

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3 Restaurants und sonst kaum etwas

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Anwesen in den umliegenden Bergen

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Eines der wirklich netten Hotels

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Und abends Kalamari

Letztes Ziel am Peleponnes war am 04.09. Elefanissos, gegenüber von Porto Kaio am dritten Finger gelegen. Zu dieser karibischen Doppelbucht gibt es nicht viel zu sagen, die Bilder sprechen für sich.

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Vor Anker in einer karibisch anmutenden Bucht

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Die Bucht

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So blau hatten wir es auf der Reise noch nie

Fazit Peleponnes: Hat uns besser gefallen als das Ionische Meer, obwohl deutlich rauer mit viel Wind. Aber dafür wird man mit nur wenig seglerischem Betrieb und einer vor allem grandiosen Landschaft belohnt.

Ionisches Meer (Mai/August 2015)

Nun also Leinen los und ab nach Siracusa. Der Wind war mit uns, so dass ausreichend Segeln angesagt war. Ankunft am nächsten Morgen. Vom ersten Ankerplatz von der Guardia Costiera vertrieben, trafen wir beim nächsten Halt auf zwei alte Bekannte aus Licata, die zwischenzeitlich in Tunesien waren und nun ebenfalls auf dem Weg nach Griechenland sind, Madeleine und George aus Frankreich. Bei einem Kaffee wurden die nächsten Pläne besprochen.

Madeleine und George

Madeleine und George

Nachgebunkert bei Lidl, ging es am 23.05.15 weiter Richtung Erikoussa, Griechenland, Ionisches Meer. Anfangs noch ausreichend bemessen, verabschiedete sich Rasmus schließlich, um nur noch stundenweise aus beiden Backen zu blasen, zum Glück aus der richtigen Richtung. Das sollte bis Erikoussa so bleiben. Am 25.05.15 Eintreffen Ankerplatz gegen 21:00. Ich liebe es, in Dunkelheit auf unbekannten Plätzen zu ankern! Aber alles ging gut, am nächsten Morgen stellten wir fest, dass der gewählte Sicherheitsabstand zum Strand doch sehr großzügig bemessen war. Daher verholten wir in Richtung Land.

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Erikoussa Reede

Die Insel selbst ist für uns ein Kleinod. Zumindest jetzt in der Vorsaison liegt alles noch im Dornröschenschlaf, aber auch im Juli/August kann ich mir nicht vorstellen, dass es hier zu Massenansammlungen von Touristen kommt, dazu fehlt einfach die Infrastruktur.

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Grüne Insel und geputzte Häuser

Das Eiland ist unglaublich grün und bewaldet. Die wenigen Häuser verteilen sich über die ganze Insel mit einem Ortskern, der aus einer Bar und einem Minimarkt besteht. Überaus freundliche Menschen, der Barbetreiber besprach mit uns am Mittwoch, was wir am Samstag bei ihm essen wollten. Das nenne ich Kundenfreundlichkeit!

Am Donnerstag Starkwind aus NW. Der hielt bis spät in die Nacht. Landgang war daher nicht angesagt.

Dafür ein ausgiebiger Rundgang am Freitag. Der erste Eindruck täuschte nicht: alles ist aufgeräumt, sauber und geputzt, bis in die hintersten Winkel.

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Die Ente vor Erikoussa

Samstag dann das erste griechische Mahl. Aus leidvoller Erfahrung vor Jahren durfte man gespannt sein. Und siehe da: eine positive Überraschung, sollten die Hellenen dazugelernt haben? Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

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Ortskern: Nettes Restaurant mit Minisupermarkt

Sonntag, 31.05., Aufbruch nach Korfu. Auf dem Wege dorthin – unter Motor – plötzlich ein Ruck durch’s Schiff, Geschwindigkeitsverlust. Erster Gedanke: die Schraube ist weg! Nach einem Tauchgang der Skipperin kommt sie mit einer Plastikfolie zurück. Glück gehabt!

In der Kalami Bucht dann ein Wiedersehen mit Madeleine und George, die uns sofort in die Örtlichkeiten einwiesen. Wo welcher Supermarkt für welche Produkte der richtige ist etc. Abends Essen an Land. Es gab nichts zu meckern.

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Mit Madeleine und George auf Korfu

Bis zur Weiterfahrt nach Korfu Stadt erholsame und unaufgeregte Tage.

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Vollmond auf Kalami Reede

Am 04.06. Weiterfahrt mit Zwischenstop in der Gouvia Marina zum Tanken, Wasser bunkern und DEPKA (Befahrenserlaubnis) besorgen. Außerordentlich freundliche Marina. Da Wasser an der Tankstelle nicht zu erhalten war, Anfrage bei der Marina. Ein Marinero wies uns den Weg, längsseits, unmittelbar vor dem Marinabüro, Wasser und Aufenthalt umsonst! Das nennt man Kundenfreundlichkeit. Auch der Papierkram war in relativ kurzer Zeit erledigt, wenn auch etwas umständlich: Zahlen (30,00 €) bei der netten Lilo, dann mit der Quittung zur „Port Authority“. Hier trägt ein weißgekleideter Marineherr die Schiffsdaten in eine Kladde, um sodann ein überdimensionales Formular (irgendwo zwischen DIN A3 und DIN A2) handschriftlich (!) auszufüllen, zu kopieren und einen Obulus von € 15,00 einzuziehen. Geschafft! Ein paar Tage später berichteten uns Segler, dass zwischenzeitlich die Formulare ausgegangen waren und keine Erlaubnisse mehr ausgestellt werden konnten. Glück gehabt!

In der Garitsas Bucht vor Korfu Stadt geankert und trotz dräuendem Gewitter an Land und SIM Karte besorgt (nur Daten, Tip: COSMOTE, hat nach unserer Erfahrung eine sehr gute Abdeckung, vor allem auf den etwas einsam gelegenen Inseln). Nach Rückkehr festgestellt, dass das Boot irgendwie den Platz gewechselt hatte. War nicht weiter schlimm, da ausreichend Wassertiefe vorhanden und der Anker wieder gefaßt hatte (Rocnar!). Trotzdem nehmen wir uns vor, bei unklarer Wetterlage in Zukunft an Bord zu bleiben.  Am nächsten Tag Vorräte aufgefüllt (Lidl) und Frappe getrunken.

Am 06.06. nachmittags in Petriti, einem kleinen Fischerhafen im Süden von Korfu an der Mole rückwärts mit Buganker festgemacht. Hat auf Anhieb geklappt.

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Mit Bernd in Petriti

Beim ersten Landgang stellen wir erfreulicherweise fest, dass es diverse Tavernen gibt, die sowohl warme Duschen als auch Waschmaschinen für die Seglergemeinde zur Verfügung stellen, wenn man sich im Restaurant verköstigen läßt, ist es fast umsonst.

Gegen Abend gesellt sich Bernd zu uns, ein guter Freund aus Licata, der uns dort ein ums andere Mal sein Auto zur Verfügung gestellt hatte, das er im Winter nach Sizilien überführt hatte. Es wurde ein vergnüglicher Abend in der Taverne.

Am nächsten Morgen Erkundungsspaziergang in die Umgebung. Gegen Mittag machte sich Bernd davon in die Gouvia Marina, er mußte für ein paar Tage zurück in die Heimat.

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Petriti, Ionische Inselwelt

Dafür trudelten am Nachmittag Conny und Olaf ein, die wir aus – richtig – Licata kannten. Wieder nettes Beisammensein.

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Man hilft ja gerne, Ankermanöver mit Olaf

Da sich herausstellte, dass die Mole nicht nur für Segler gedacht war, sondern auch für passionierte Angler, die etwa ab 03:00 Uhr früh lautstark ihrer Tätigkeit nachgingen, zogen wir am 10.06. von dannen, in Richtung Festland in die Ormiskos Valtou, nahe des Fährhafens Igumenitsa.

Hier waren wir wieder unter uns, ein paar Boote lagen mit uns in dieser einsamen Idylle, die nur am Abend durch ein heftiges Gewitter unterbrochen wurde, das genau über uns hinweg zog.

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Idylle in Ormos Valtou

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Das sind Sonnenuntergänge, wie sie der Segler liebt

Nächster Stop war Gaios auf Paxos. Wir legten am Stadtkai an und waren über die Touristenmassen entsetzt. Eigentlich ein recht heimeliger Ort (in unserer Erinnerung) besteht er heute zu 95% nur noch aus touristischen Einrichtungen.

Am frühen Abend liefen Jutta und Leo aus Österreich (Bekannte aus Licata) ein. Gemeinsames Essen.

Am nächsten Tag Flucht aus Gaios in eine Bucht, Ormos Fanari, auf dem gegenüberliegenden Festland. Endlich wieder Ruhe und Beschaulichkeit. Bordleben.

Nach einer ruhigen Nacht gemeinsame Schlauchbootfahrt mit Jutta und Leo den Acheron hinauf, der Fluß, der in der griechischen Mytologie in den Hades fließt. Drei km durch die Wildnis mit Schildkröten und Nachtigallen. Stop an einem Anleger eines Kajak-Verleihers. Dieser bot sich an, uns an die ca. 1,5 km entfernten Ruinen des Nekromanteion (Totenorakels) aus dem 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zu fahren. Dankend nahmen wir an. Der Besuch hat sich gelohnt. So erfuhren wir, dass schon zu damaligen Zeiten die armen Besucher, die mit ihren Ahnen in Kontakt treten wollten, um so allerlei zu erfahren, aufs ärgste getäuscht wurden. Die Mauern um den eigentlichen „Kontaktraum“ waren mit Gängen ausgestattet, so dass hier die Priester ungesehen den Ratsuchenden, je nach Vermögensstand, ihre Einflüsterungen vornehmen konnten.

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Mit Jutta und Leo auf dem Acheron

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Nekromanteion, rechts und links der Bögen schlichen die Priester herum und veralberten die Hilfesuchenden

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Mit Jutta und Leo an heiliger Stätte

Am Abend Essen bei Costas, wie sich schnell herausstellte, ein Anlaufpunkt für deutsche Touristen. Es war trotzdem hervorragend.

Zurück in der Zivilisation. Die Cleopatra-Marina, Prevezza, mit hervorragender Ausstattung, Preisniveau ok. Auf dem Hafengelände Restaurant und Bar und ein hervorragend ausgestatteter Schiffsausrüster. Morgens fährt ein Shuttleboot nach Prevezza zum Einkaufen etc. und mittags wieder zurück.

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Von Krise nichts zu spüren, es gab alles, selbst Unnötiges wie hier zu sehen

Am 23.06. ging’s in den Ambrakischen Golf, ein fast wie ein Binnensee gestalteter Meeresarm. Dort in einer Bucht geankert, die sehr weit von der Einfahrt in den Golf entfernt liegt. Man merkte es daran, dass während der Zeit unseres Aufenthaltes nur ein, zwei Boote zu Besuch kamen.

Am Strand ein paar Wohnmobile. Eines davon gehörte zu Willi und Ricki, zwei ausgesprochen nette Österreicher aus Wien, die seit 6 Jahren diese Lokalität besuchen und natürlich mit den Örtlichkeiten bestens vertraut waren.

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Ambrakischer Golf

So zeigten sie uns ein Resort, keine 5 Minuten vom Strand entfernt, in dem überwiegend Hochzeiten stattfinden. Wenn mal gerade nicht geheiratet wird, steht der Poolbereich mit Bar auch normalen Gästen zur Verfügung. Luxus im Nirgendwo.

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Poolbar mit Ricki, Jutta, Willi und Leo

Beeindruckender jedoch der in der Nähe befindliche Ort mit ca. 600 Einwohnern, nicht am Wasser gelegen, sondern ca. 1,5 km davon entfernt. Wir waren während unseres Aufenthaltes jeden Tag dort. Cafes und eine Taverne waren selbstverständlich vorhanden, an die Preise dort konnte auch Licata nicht heranreichen. Dazu eine Gastfreundschaft, die im wahrsten Sinne des Wortes ihresgleichen sucht. Unseren Frappe im Cafe haben wir nur einmal bezahlt, die restlichen gingen auf Kosten der Wirtin und deutschsprachiger Bewohner, die sich freuten, mit uns zu plaudern zu können.

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Dhrimos

Zwischenzeitlich waren Jutta und Leo eingetroffen, mit ihnen gingen wir abends in die einzige Taverne zum Essen. Lammkottelets (1 kg) für 4, dazu verschiedene Vorspeisen, Wein, Wasser, Dessert, zusammen 40,00 €. Kein Kommentar.

Auf dem Rückweg aus dem Ambrakischen Golf Zwischenstop in einer lauschigen Bucht nahe Voniza, ein Städtchen mit ein bißchen Tourismus und Tagesgästen aus Prevezza.

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Voniza

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Ankerplatz bei Voniza

Die Ionische Inselwelt lockt und so starteten wir am 29.06. frühmorgens, um am Nachmittag in der Marina Levkas einzulaufen. Dazu war eine Kanalfahrt notwendig, Insel und Festland sind an dieser Stelle durch eine Drehbrücke verbunden, die stündlich öffnet, um die Freizeitboote (und nur diese) in beide Richtungen passieren zu lassen.

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Lefkada, Kanalfahrt

Auf dem Weg ans andere Ende des Kanals (Länge insgesamt ca. 2 sm) liegt besagte Marina, in der wir für 2 Tage Rast machen wollten, um zu bunkern. Es wurden letztendlich 4 Tage, weil alte und neue Bekannte die geplante Weiterfahrt verhinderten. Zu den neuen Bekannten zählen Norbert und Angelika, die seit ein paar Jahren in der Ionischen Inselwelt zu Hause sind und natürlich viel zu erzählen hatten, sowie Rosemarie und Sten, zwei lieben Dänen, die wir aus – nein, nicht Licata, sondern Menorca – kannten.

Im übrigen ist Lefkas ein ausgesprochen nettes Städtchen, viel Tourismus zwar, aber irgendwie verläuft es sich. Versorgungslage ausgezeichnet, die Griechenlandkrise läßt das Wechselgeld knapp werden, sonst sind bisher keine nachteiligen Auswirkungen festzustellen.

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Trotz Krise gehen die Leckereien nicht aus

Weiter geht’s am 04.07., durch den Kanal Richtung Süden. Ziel ist Ormos Vlikho, eine kreisrunde Bucht mit Rundumschutz gegen alle Wetter.

Ankunft am frühen Nachmittag. Die Größe der Bucht überrascht doch ein wenig. Es gibt hier Ankermöglichkeiten für Dutzende von Booten. Somit haben wir kein Problem, ein uns genehmes Plätzchen zu finden. An Land die üblichen Kneipen und Restaurants, Versorgungsmöglichkeiten beschränkt. Dafür aber Ruhe und Gelassenheit. Wir genießen es.

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Ormos Vlikho

Später trudeln Jutta und Leo ein, gemeinsames Grillen an Bord und ein leckeres Frühstück am nächsten Morgen an Land.

Nach einem Spaziergang auf die gegenüberliegende Seite der Bucht und Stärkung in einem der dortigen Restaurants erfahren wir, dass die Griechen mit „Nein“ zum EU-Sparpaket gestimmt haben. Mal sehen, wie es weitergeht.

Nächster Stop am 06.07. eine der unendlich vielen Buchten auf Meganisi. Der Sommer beginnt: Die Hitze wird größer, der Wind verabschiedet sich. Und eine Unmenge an Booten sind unterwegs, es wird zunehmend unangenehm. Ausgesprochen lästig sind die Flotillenfahrer, die mit 10 und mehr Booten abends in die Marinas oder auf den Ankerplätzen einlaufen. Seglerische Erfahrung Null, dafür aber lärmend und trinkfreudig.

Ich wage mir nicht vorzustellen, was passiert, wenn aus dem Nichts schlechtes Wetter aufkommt.

Am Folgetag machen wir in der Ormos Spilia, ebenfalls Meganisi, an einem Restaurantsteg fest. Der Betreiber des Steges und Restaurantbesitzer versteht sein Handwerk. Ruckzuck liegen wir sicher an der Mooringleine. Glasklares Wasser, angenehme Temperaturen und dazu noch WiFi vom Restaurant, perfekt!                    Abends Essen im Restaurant, dafür, dass nur für Touristen gekocht wird, erstaunlich gut.

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Ormos Spilia

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Und wieder wird es Abend

Ein Spaziergang nach Spartakori über der Bucht ist eine lohnende Angelegenheit. Es gibt einen Supermarkt und vor allem eine atemberaubende Aussicht von der Terasse eines Cafes über die ionische Inselwelt.

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Traumhafter Blick über das Ionische Meer von Spartakori

Als nächstes Ziel steht Kastros auf dem Zettel, ein kleines Inselchen südöstlich von Meganisi. Der Weg dorthin gestaltet sich ein wenig mysteriös, egal in welche Richtung wir durch die Inselwelt segeln: der Wind kommt immer von vorn. Etwas besser wird es erst, nachdem wir aus dem Windschatten der großen Inseln heraus kommen.

Gleichermaßen schwierig gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Ankerplatz nach Ankunft. Fallböen machen es auch nicht einfacher. Irgendwann fällt das Eisen, wir sind nicht wirklich glücklich, aber für eine Nacht wird’s schon gehen. So war es denn auch, obwohl die Fallwinde permanent über uns herfielen.

Am nächsten Morgen Anker auf und Richtung Mitikas, Festland. Hier gibt es zwar einen Hafen, aber wir bevorzugen – wenn möglich – das Ankern. Letzteres war in der weiten Bucht vor Mitikas problemlos möglich, mit gutem Schutz vor den sommerlichen NW-Winden, die sich tagsüber aufbauten und bestem Ankergrund (Sand).

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Riesenbucht vor Mitikas

Mitikas selbst war eine angenehme Überraschung. Ein kleines Städtchen, an dem der Tourismus weitgehend vorüberzieht, von ein paar Campingplätzen abgesehen, die sich um die Bucht verteilen. Unmittelbar am Wasser gelegene Cafes und Restaurants mit traumhaftem Blick auf die ionische Inselwelt versüßten unseren Aufenthalt darüberhinaus.

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Mitikas

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Mitikas, wieder ein herrlicher Blick

Am 13.07. machten wir uns trotzdem auf Richtung N, in die Ormos Variko, ebenfalls am Festland gelegen, der Besuch Kerstins, die wir in der Cleopatra Marina in Empfang nehmen wollten, warf seine Schatten voraus. Die Bucht eine Idylle, leider ziemlich voll. Abends trafen Chaoten unter südafrikanischer Flagge ein. Anker irgendwo geschmissen, dann an Land. Im letzten Dämmerlicht des Tages beginnt das Boot zu driften. Irgendwann kommt jemand an Bord. Anker auf und ohne ein einziges Lichtlein im Dunkeln durch das Ankerfeld, da kommt Freude auf!

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Ormos Variko, nicht unser Boot, dieses Mal lagen wir mitten drin, aber geschickt fotografiert

Wir bleiben 3 Tage, Spaziergänge an Land und Faulenzen an Bord wechseln sich ab.

Cleopatra Marina ist für den 17.07. gebucht, so machen wir uns am 16. 07. auf, um die letzte Nacht in Ligia, am südlichen Kanalausgang von Lefkas, zu verbringen. Jutta und Leo kommen dazu, gemeinsamer Restaurantbesuch. Am nächsten Morgen trennen sich unsere Wege. Wir gehen nach N, unsere österreichischen Freunde zieht es in den Süden. Ein weiteres Treffen wird wohl so bald nicht wieder stattfinden, macht’s gut ihr beiden!

Mittags am 17.07. Ankunft Cleopatra Marina nach einer unspektakulären Kanalfahrt in Levkas, bis auf einen drängelnden Deutschen, der unbedingt in der einspurigen Kanalausfahrt überholen mußte. Vor Idioten ist man halt nicht sicher. In der Ausfahrt steckte auch noch ein Franzose auf Grund, der aber ruckzuck von einem Amerikaner aus seiner mißlichen Lage befreit wurde.                                                                                          Nach einem genüßlichen Mahl ließen wir den Tag beim Wein ausklingen.

Aufbruch in den Ambrakischen Golf am 19.07. Die Anreise Kerstins lief wie geplant, der Flughafen ist zu Fuß von der Marina aus zu erreichen. In Vonitsa in einer östlich gelegenen Bucht geankert und mit dem Beiboot an Land und auf den Markt. Nach Einkauf wichtiger Überlebensrationen zum Kaffeetrinken an die Promenade, später zurück zum Boot und Abkühlen in der Ankerbucht. Mit dem Abkühlen war das dann so eine Sache. Bei Wassertemperaturen von deutlich über 25°C kann man in der Tat nicht mehr von einer Erfrischung sprechen.

Am nächsten Morgen ab Richtung Bucht vor Dhrimos, die uns ja schon einmal gesehen hatte. Nach unserer mittäglichen Ankunft trudelten noch Bernd mit seiner „TinLizzy“ sowie Gaby und Gerald mit „VivaMare“ ein, Licata-Treffen also. Unsere österreichischen Camperfreunde Ricki und Willi waren auch noch an Ort und Stelle, so dass die nächsten Tage mit abendlichem Grillen, Taverna-Besuch und selbstverständlich Pool-Aufenthalten Kurzweil boten. Ein Ausflug zu einem nahegelegenen Wasserfall unter griechischer Leitung des Fussballtrainers Jorge rundete den Aufenthalt ab.

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Tavernabesuch mit vielen Freunden

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Ausflug in die Berge

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Und abends wird wieder gefeiert. Kerstin und Jorge, der griechische Fussballtrainer

Eine Einladung der Resort-Betreiber zu einer griechischen Hochzeit am 26.07. konnten wir nicht ausschlagen, das bedeutete eine erneute Rückkehr, nachdem wir Kerstin wieder in den Flieger nach Deutschland gesetzt hatten. Das war am 24.07. der Fall, nachdem wir am 23.07. des Skippers Geburtstag noch ausgiebig gefeiert hatten.

Nun also wieder Dhrimos, griechische Hochzeit. Zunächst erfuhren wir bei Ankunft, dass sich die Festivität um einen Tag verschoben hatte. Ob dem Brautpaar Zweifel gekommen waren oder ein organisatorisches Problem dahinter steckte, erfuhren wir nicht. Egal, Hauptsache feiern. Um es kurz zu machen: eine Hochzeit mit 600 Gästen hatten wir bis dato noch nicht erlebt und werden es vermutlich auch zukünftig nicht. Das Essen hervorragend, die Stimmung ausgelassen feierten wir bis in den frühen Morgen. Zwischendurch ging das Brautpaar von Tisch zu Tisch und bedankte sich bei allen (!) Gästen für ihr Kommen. Ein Erlebnis, das wir nicht missen möchten!

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Ob wir wohl noch einmal vorbei kommen? Dhrimos im Morgenlicht

Nach einem Tag Pause (Ausruhen) segelten wir am 28.07. nach Prevezza, am Ausgang des Ambrakischen Golfes und ankerten neben der Stadt.

Natürlich trafen wir auch hier alte Bekannte aus Licata, die wie wir auf dem Weg in die Ionische Inselwelt waren. Einen Tag gaben wir uns noch zum Auffrischen der Vorräte, dann ging’s ab nach Levkas, nicht wieder durch den Kanal, sondern außen herum.

Am Nachmittag des 30.07. segelten wir bei besten Wetterbedingungen in die tief eingeschnittene Bucht im Süden Levkas‘ ein, um nach Vassilki am Scheitel der Bucht zu gelangen. Kaum waren wir in der Bucht, pfiff es mit 30 kn aus West über die Anhöhen. Nachdem wir bei diesen Bedingungen vor Vassiliki den Anker hatten fallen lassen, stellten wir fest, dass es hier von Windsurfern nur so wimmelte. Später erfuhren wir, dass Vassiliki tatsächlich ein Hotspot für Surfer ist.

Ein Tag in der Bucht beginnt frühmorgens mit Yoga, das die Probanden auf ihren Wakeboards zelebrieren. Am späten Vormittag stechen dann die Anfänger mit Ihren Surfboards in See, ab 15:00 Uhr geht es dann zur Sache, die Spezialisten machen sich fertig. Und pünktlich jeden Nachmittag beginnt es zu pfeifen, Dauer bis in die frühen Abendstunden, dann flaut es wieder ab.

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Yoga oder was auch immer auf dem Brett

Nach so viel Schauspiel sehnten wir uns ein wenig nach Ruhe. Und so ließen wir am 03.08. in einer namenlosen winzigen Bucht an der Ostküste von Kefalonia den Anker fallen, Landleinen sorgten für einen sicheren Halt. Da wir allein in dieser Idylle lagen, war tatsächlich Ruhe garantiert. Am nächsten Tag gesellte sich, zum Glück nur tagsüber, eines dieser unsäglichen Motorboote zu uns. Für ein paar Stunden wurde es unangenehm, wie das so ist mit Motorbootfahrern.

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Bucht an der Ostküste von Kefalonia

Der 03.08. sah uns in Sami, ebenfalls Kefalonia. Wir lagen vor Buganker an der Stadtpier.

Hier erlebten wir erstmalig Hafenkino vom Feinsten. Anleger, die vom verzweifelten Hafenmeister selbst gefahren wurden und Ankersalat in einer Häufigkeit, die wir sonst noch nirgendwo gesehen hatten. Viel Hektik, aber letztendlich lagen alle so, wie es sich der Hafenmeister gewünscht hatte.

Am nächsten Tag lag ein 45 Fußer aus Kroatien neben uns. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns, dass sein Boot mittlerweile im benachbarten Slowenien untergebracht ist, weil die Kosten in seinem Heimatland zu explodieren beginnen. Das deckte sich mit den Aussagen vieler Segler, die wir unterwegs trafen und die aus diesem Grunde Kroatien den Rücken gekehrt hatten. Obwohl ein seglerisch wunderschönes Revier, hatten wir schon vor einiger Zeit den Entschluß gefaßt, den Abzockern des Mittelmeeres eine Abfuhr zu erteilen, wir werden Kroatien nicht besuchen. Das Gespräch mit unseren Nachbarn bestärkte uns in dieser Absicht.

Am Abend drohte Ungemach in Form eines aufziehenden Gewitters. Da wir nicht auf unser Dinner verzichten wollten, sich andererseits aber Haltekraft unseres Ankers als fragwürdig herausstellte, bot unser kroatischer Nachbar an, die Ente zusätzlich an seinem Schiff zu vertäuen. Dem Angebot kamen wir umgehend nach und gingen beruhigt speisen. Das Unwetter war dann aber letztendlich keines.

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Drohende Wolken in Sami

Vathi auf Ithaka war das nächste Ziel am 05.08. Landschaftlich schön gelegen, mit gutem Ankerplatz (12 m Wasser) und einem Cafe am Ufer. Trotzdem war es nicht so unser Ding, zu voll, zu viel Tourismus. Odysseus hätte auch alle zum Teufel gejagt, wenn nicht schlimmeres getan.

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Praktisch: Cafe gegenüber unserer Ente (die mit dem roten Kleid)

Zum Durchatmen ging’s am 07.08. Richtung Festland, Ormos Petala war das Ziel. Ein wunderschöner Ankerplatz, riesig und trotzdem nur eine Handvoll Boote. Keine Bebauung weit und breit, nur Natur. Genau das Richtige für uns.

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Zum Relaxen gibt’s kaum etwas besseres

Auf dem Weg nach Agios Nikolaos, Zakynthos, Übernachtungsstop an der Ostküste vor Poros. Hier soll Herkules mit der Hand eine Kerbe in den kleinen Hügelzug in Küstennähe geschlagen haben. Die Auswirkungen dieses Kraftaktes spürten wir immer noch, es herrschte Schwell, dass an entspanntes Schlafen nicht zu denken war.

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Hier soll Herkules überschüssige Kraft losgeworden sein

Ankunft Agios Nikolaos am 10.08. Ein netter, heimeliger Hafen, in dem wir erstmalig auf dieser Reise längsseits liegen konnten. Der Tourismus hält sich in Grenzen, einige nette Cafes und Restaurants säumen den Hafen. Es gibt nicht viel zu tun und so vertreiben wir uns die Zeit mit Spaziergängen. Das wird erst anders, als am 13.08. morgens gegen 09:00 ein Gewitter über den Ort einbricht, wie ich es bis dato noch nicht erlebt hatte. Weniger Blitz und Donner waren furchterregend, vielmehr waren es die Windböen, die mit 50 kn über die umgebenden Hügel heranrauschten. Wir waren froh, dass wir längseits an der Mole lagen. Der ganze Hafen war mit einem mal ein einziger hektischer Ameisenhaufen. Leider konnten wir die laufenden Aktivitäten nicht recht verfolgen, weil es mittlerweile so stark zu regnen begonnen hatte, dass die Sicht nicht mehr als 10 m betrug. Was für Wassermassen! Das Schauspiel dauerte etwa eine dreiviertel Stunde, dann kamen reihenweise Ausflugsboote zurück, die ihre völlig verstörte und durchnäßte Fracht an Land setzten. Wieder einmal Hafenkino erster Güte.

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Agios Nikolaos

Am Abend die Anweisung der Hafenpolizei an alle längsseits liegenden Boote römisch-katholisch festzumachen (mit Buganker und Heck zur Pier), es wurde eine Flotille erwartet. Unsere Position an der Pier ließ jedoch das geforderte Anlegemanöver nicht zu und so konnten wir als einziges Boot liegen bleiben. In den späten Abendstunden war es dann tatsächlich rappelvoll, Grund genug für uns, am nächsten Tag nach Zakynthos-Stadt aufzubrechen.

Auf der Fahrt dorthin ein Zwischenstop an einem herrlichen Badestrand. Leider war der Schwell so unangenehm, dass wir nicht lange blieben. Die vorhandene „Marina“ in Zakynthos entpuppte sich als ein überteuerter Liegeplatz ohne Sanitäranlagen. Die stickige Hitze trug ein übriges dazu bei, dass wir nach einem immerhin guten Abendessen am nächsten Tag die Ionische Inselwelt verließen, um Richtung Peleponnes aufzubrechen.

Fazit Ionisches Meer: wunderschönes Revier, kurze Distanzen, Segeln konnten wir vergessen (mangelnder Wind), viel zu voll. Nie wieder im Sommer!

 

Licata (01.11.2013 – 19.05.2015)

Licata

19.05.2015. Aufbruch nach Griechenland, Ionisches Meer, mit Zwischenstop in Siracusa. Zurück liegen fast eineinhalb Jahre Sizilien in einem sympatischen, liebenswerten Städtchen mit ebensolchen Bewohnern, die darüberhinaus zum großen Teil auch Deutsch sprechen.

Es gibt keinen Tourismus, obwohl beste Voraussetzungen gegeben wären. Endlose Strände, eine Gastronomie, die alle Spektren von preiswert bis in den Bereich Michelin besternt abdeckt. Was fehlt, sind Unterbringungsmöglichkeiten, die ein Pauschaltourist erwartet. Für uns ein Segen, für die Einheimischen das Fehlen einer bedeutenden Einnahmequelle, Arbeitslosenquote liegt bei mehr als 30 %.

Die Versorgungslage ist ohne Zweifel als exzellent zu bezeichnen. Es mangelt an nichts. Bei einem Preisniveau, das wir kaum noch einmal im Mittelmeer anzutreffen glauben.

Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es war eine erlebnisreiche Zeit, die zu beschreiben einen eigenen Blog erfordern würde. Daher ein Abriß der herausragenden Ereignisse:

Die Hochzeit unseres Sohnes. Nachdem alle bürokratischen Hürden genommen waren (Heidi, an dieser Stelle nochmals vielen, vielen Dank für deine Dolmetschertätigkeit beim Standesamt), wurde es ein beeindruckendes Fest in kleiner geselliger Runde.

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Die glücklichen Eltern

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Brautpaar mit Offiziellen: Signora Casa (Standesbeamtin, mit Schärpe) und Dolmetscherin Paola Zarbo

Das Brautpaar

Nach erfolgreicher Trauung mit Urkunde

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In Ermangelung der eigenen Hausschwelle tuts auch ein Betttuch

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In kleiner, aber feiner Runde ein würdiger Hochzeitsschmaus

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Die Hochzeitsgesellschaft

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Die Tante mit ihrer kleinen Nichte

 

Da immer wieder die Frage auftaucht, was man eigentlich den ganzen Tag so an Bord eines Schiffes treibt, hier ein paar Antworten, die vor Augen führen, dass es auch ein Leben außerhalb des Schiffes gibt.

Palermo

Über den Dächern von Palermo

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Markttag in Palermo

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Ragusa Ibla mit Craig und Corinne

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Villa Romana mit grandiosen Fußbodenmosaiken, ein Beweis, dass es auch schon zur Römerzeit betuchte Herrschaften gab, die sich so etwas leisten konnten. Im Vergleich ist Taormina dagegen ziemlich langweilig

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Einer der Tempel von Agrigento mit Großmutter und Enkelin

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Unsere Heidi liebt Querfeldeinfahren, koste es, was es wolle

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Sizilien im Frühling

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Kein Monet, so sieht es wirklich im Frühling aus

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Die Skipperin bei der Aprikosenernte 

Auch Licata selbst hat einiges zu bieten, jede sich bietende Gelegenheit wird genutzt, um ein Fest daraus zu machen. Feiern steht auf der Agenda ganz oben.

Feiern ist angesagt

Feiern ist angesagt

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Feste! Feste! Feste!

Immer was los

Immer was los

Gäßchen in Licata

Gäßchen in Licata

Der Hafen

Der Hafen

Stammkneipe

Stammkneipe

Strand bei Licata

Strand bei Licata

 

 

 

 

Lampedusa/Malta/Gozo (Sommer 2014)

Ach ja, einen seglerischen Ausflug nach Lampedusa und Malta/Gozo haben wir dann auch noch unternommen.

Lampedusa ist keine Reise wert, ein öder Steinhaufen vor der tunesischen Küste mit einem Ort und ein paar winzigen Badebuchten, die im Sommer völlig überfüllt sind. Aber die Italiener – und nur diese besuchen diese Insel, zumindest in der Hauptsaison – lieben es kuschelig.

Von der Flüchtlingstragödie bekommt man inzwischen auf Lampedusa nichts mehr zu sehen, bis auf den Schiffsfriedhof, auf dem all die mehr oder weniger schwimmbaren Untersätze verschrottet werden.

In einer Bucht auf Lampedusa

In einer Bucht auf Lampedusa

Der einzige Ort auf der Insel

Der einzige Ort auf der Insel

Stadtleben

Stadtleben

Kuschelige Ministrände

Kuschelige Ministrände

Auf dem Weg nach Malta mit Kerstin und Patrick

Auf dem Weg nach Malta mit Kerstin und Patrick

Von ganz anderem Kaliber ist da Malta. Geschichtsträchtig und very british. Das zeigt sich nicht nur im Linksverkehr, sondern auch in der Tatsache, dass man nach genießbarer Kost lange suchen muß. Für mich als Kaffeetrinker noch schlimmer: das köstliche braune Getränk braucht man gar nicht suchen, es existiert einfach nicht, obwohl Italien nur 70 sm entfernt ist.

Anders sieht es natürlich mit Kultur und Geschichte aus. Da stolpert man im Wortsinn von einer Epoche in die nächste, ähnlich wie auf Sizilien. Beeindruckend die Katakomben und vor allem die Megalithkultur, deren Relikte sich trotz eines Alters von 5000 Jahren in einem exzellenten Zustand befinden.

Von beiden Inseln hat uns Gozo am besten gefallen, wenig Tourismus, deutlich kleiner als Malta, also überschaubarer und mit einer wirklich besuchenswerten Hauptstadt, Victoria.

Erwähnenswert die Feststellung, dass wir bis dato noch keinen Ort besucht hatten, in dem es so von übergewichtigen Menschen (incl. Kinder!) wimmelte, wie in Birzebugia auf Malta. Tip: Wer Gewichtsprobleme hat und es deshalb scheut, sich am Strand in der Öffentlichkeit zu zeigen, hier ist er (sie) bestens aufgehoben!

Ankunft in Malta, traumhafter Ankerplatz, leider voller Quallen!

Ankunft in Malta, traumhafter Ankerplatz, leider voller Quallen!

Erste Station auf Malta: Birzebugha

Erste Station auf Malta: Birzebugha

Valetta

Valetta

Stadtbild

Stadtbild

Stadtteil Slima

Stadtteil Sliema

Hauptstraße

Hauptstraße

Unser Ankerplatz in La Valetta

Unser Ankerplatz in La Valetta

Ankunft mit den Fähren auf Gozo, Lidl läßt grüßen!

Ankunft mit den Fähren auf Gozo, Lidl läßt grüßen!

Marina auf Gozo

Marina auf Gozo

Victoria, Hauptstadt Gozos

Victoria, Hauptstadt Gozos

Megalithkultur auf Gozo

Megalithkultur auf Gozo

Steiküste

Steiküste

So schön sind Kapernblüten

So schön sind Kapernblüten

 

Sizilien (02.09.2013 – 19.05.2015)

 Aufbruch am 31.08.2013. An den vergangenen Tagen hatte sich eine Gewitterstimmung eingestellt, spätnachmittags und abends ging’s zur Sache. Auch für unsere Überfahrt war Gewittermöglichkeit vorhergesagt. Nach kurzer Beratung entschlossen wir uns, die Meldung zu ignorieren, zu oft lagen alle Wetterpropheten in der Vergangenheit völlig daneben. Warum also sollten ausgerechnet heute die Vorhersagen zutreffend sein?

 Zunächst verlief alles nach Plan, wenn auch der Wind ein bißchen schlapp daher kam. Am späten Nachmittag baute sich – wie in den Tagen zuvor – eine dunkle Wolkenfront über Sardinien auf. Da wir schon ein gutes Stück des Weges zurückgelegt hatten und Sardinien so allmählich im Dunst verschwand und in voraus die Sonne schien, machten wir uns keine Gedanken. Einen uns entgegenkommenden Segler, dessen Ziel ganz offensichtlich Sardinien war, bedauerten wir, segelte er doch geradewegs ins Verderben. Die Front verdunkelte sich zusehends, erste Blitze waren auszumachen, weit weg. Nach einer weiteren Stunde stellten wir fest, dass das Unheil dabei war, uns rechts zu überholen, um dann direkt auf uns zuzukommen. Jetzt wurde uns doch ein wenig mulmig. Und wie das mit Gewittern so ist, auf ein Mal ging alles ganz schnell. Mit Mühe konnten wir noch die Segel bergen. Der Tanz begann mit der Bildung von Wasserhosen, die im Viertelstundentakt ihre Rüssel auf die Meeresoberfläche senkten, um sich dann mit Wasser vollzusaugen. Solche Gebilde kannten wir in Miniaturausführung, aber nicht in einer Größe, wie sie sich nun präsentierten. In unmittelbarer Bootsnähe diese schlürfenden Schläuche zu erleben war ein Erlebnis, auf das wir gern verzichtet hätten. Aber wie heißt es : Augen zu und durch.

Wasserhose in Aktion

Wasserhose in Aktion

 Nachdem sich die Minitornados endlich verflüchtigt hatten, begann es wie aus Kübeln zu schütten. Der Wind wurde zum Glück nicht das Problem, er hielt sich bis auf die unvermeidlichen Gewitterböen stark zurück. Und irgendwann waren wir im Zentrum angekommen (oder war das Zentrum zu uns gekommen?). Blitze, heftigster Donner, Schauerböen. Wir wünschten uns weit weg. Die ganze Nacht ging’s so weiter, als es allmählich hell wurde, schwächte sich das Desaster allmählich ab. Die folgenden 24 Stunden verliefen deutlich ruhiger und gelassener.

 Als Favignana am Morgen des 02.09. angesteuert wurde, sahen Meer und Himmel aus, als ob es Naturerscheinungen, wie wir es erlebt hatten, überhaupt nicht gäbe.

 In Favignana wollten sie uns nicht haben. Alles besetzt, auch der Ankergrund. Na gut, Trapani ist nicht weit. Nach diversen Slalomfahrten (Schnellfähren) wurden wir unmittelbar nach der Hafeneinfahrt von einem Schlauchboot abgefangen, nach einigem Hin und Her stimmte der Preis für den Liegeplatz und wir machten in der Marina „Vente di Maestrale“ fest.

Marina Trapani

Marina Trapani

Cafe in der Marina, Duschen unter freiem Himmel und ausgesprochen nette Menschen um uns herum ließen den Aufenthalt sehr angenehm verlaufen.

Fisch- und Gemüsemarkt

Zum Flanieren bestens geeignet

Zum Flanieren bestens geeignet

Hauptstraße

Hauptstraße

Viel Grün in der Stadt

Viel Grün in der Stadt

Ausflug nach Erice, das größte Bordell der Antike

Ausflug nach Erice, dem größten Bordell der Antike

Mittelalterlich gepflasterte Gäßchen, vom horizontalen Gewerbe weit und breit nichts mehr zu sehen

Mittelalterlich gepflasterte Gäßchen, vom horizontalen Gewerbe weit und breit nichts mehr zu sehen

Nächste Station Castellamare, auf halbem Weg zwischen Trappani und Palermo gelegen. Auch hier das übliche Procedere: Aufgeregt mit den Armen schwenkend und winkend lotste uns ein Marinamitarbeiter an seinen Steg, Verhandlungen über den zu zahlenden Preis verliefen äußerst erfolgreich.

Marina

Marina

Castellamare entpuppte sich als erstes Ortshighlight auf Sizilien. Malerisch an einem Berghang gelegen, viele verwinkelte Gassen und Sträßchen sowie ein ausgezeichnet sortierter Supermarkt ließen uns die Verweildauer verlängern. Wenn wir nicht noch ein üppiges Restprogramm bis zum Überwinterungshafen gehabt hätten, wer weiß wie lange wir geblieben wären.

Malerisches Städtchen

Malerisches Städtchen

Und immer ist etwas los

Und immer ist etwas los

Palermo, Italiens drittgrößte Stadt war der nächste Stop. In einer Marina etwas außerhalb der Stadt ließ sich ein vernünftiger Preis aushandeln. Nach einem ersten Rundgang durch den Vorort mußten wir ersteinmal durchatmen. Der Müllentsorgungsstreik vor ein paar Jahren in Neapel läßt schön grüßen! Als Ausgleich für die häßliche und stinkende Entdeckung gab’s nebenan Palermos bestes Hotel in einem alten Palazzo, Terrasse mit Weitblick inklusive. Zum sundowner auf eben derselben wurden wir mit Pianomelodien in den Sonnenuntergang begleitet. Unbedingt zu empfehlen!

Hotel Igea

Hotel Igea

Sundowner auf der Terasse

Sundowner auf der Terasse

Palermo-Mitte stellte sich so dar, wie man es erwartete: Vom Zerfall bedroht, strahlt diese Morbidität einen gewissen Charme aus, gleichwohl müssen wir noch reflektieren, ob es uns gefallen hat. Vielleicht war die Verweildauer auch zu kurz.

Zerbröselndes Palermo

Zerbröselndes Palermo

Blick über die Stadt

Blick über die Stadt

Markt

Markt

Kultur: Neben vielen anderen Höhenpunkten, die normannische Kapelle

Kultur: Neben vielen anderen Höhenpunkten, die normannische Kapelle

Von Palermo ging’s ohne Zwischenstopp auf die Liparischen Inseln. Frühmorgens, in den Sonnenaufgang hinein, segelten wir zwischen Vulcano und Lipari in die einzige Marina auf Lipari.

Sonnenaufgang bei der Ansteuerung

Sonnenaufgang bei der Ansteuerung

Auch hier paßten wir dem günstigen Preis unsere Aufenthaltsdauer an. Da vulkanischen Ursprungs, läßt sich nur bei ruhigem Wetter im Bereich der Inseln ankern, Ausnahme Vulcano, aber entsprechend voll ist es zur Saison.

 Die Inseln selbst sind allemal einen Urlaub wert. Es gibt viel zu sehen und zu erleben: vom Aufstieg auf den noch aktiven Vulkan auf Vulcano und Wanderungen durch die unglaublich grüne Landschaft auf Lipari bis hin zu den für uns wichtigen leiblichen Genüssen mit vorwiegend sizilianischen Weinen bietet die Inselgruppe wirklich für jeden etwas.

Lipari

Lipari

Lipari-Stadt

Lipari-Stadt

Marina bei Vollmond

Marina bei Vollmond

Der Skipper bei einer Rast mit Spießbratenwurst aus dem Saarland

Der Skipper bei einer Rast mit Spießbratenwurst aus dem Saarland

Auf dem Krater von Vulcano

Auf dem Krater von Vulcano

Die Skipperin in Schwefeldämpfen

Die Skipperin in Schwefeldämpfen

Bevor es wieder Richtung Sizilien ging, machten wir uns nachts auf den Weg, um den Stromboli zu umrunden. Wir hatten Glück, Wetter super, dazu Vollmond und ein ausgesprochen munterer Stromboli, der spuckte, was das Zeug hielt. Sehr eindrucksvoll!

Auf dem Weg nach Stromboli

Auf dem Weg nach Stromboli

Stromboli bei Vollmond

Stromboli bei Vollmond

Der älteste Leuchtturm der Welt

Der älteste Leuchtturm der Welt

Weiter ging’s nach Milazzo, wo eine Zwischenübernachtung eingelegt wurde.

 Am nächsten Morgen dann Aufbruch in die Straße von Messina, Richtung Süd, an der Ostküste entlang. Da wir die Tide richtig berechnet hatten, schossen wir mit über 8 kn über Grund durch Wirbel und Strudel durch die Straße und das nur mit der Genua!

 Am Ausgang der Meerenge plötzlich ein Winddreher um 180°, trotzdem reichte es noch, um Syracus anzuliegen, vorbei an Taormina (kannten wir schon) und häßlichen Ölhäfen.

 Ankunft im wunderschönen Syracus in den Morgenstunden des 23.09. Eine Woche Kultur mit Archimedes, Griechen und Römern, dazu Marktbesuche, Essen und Trinken mit Niveau. Wer Syracus während eines Sizilienurlaubs nicht besucht, hat Sizilien nicht gesehen.

Antike mitten in der Stadt

Antike mitten in der Stadt

Im Zentrum der Altstadt

Im Zentrum der Altstadt

Markt

Markt

Im Archimedes-Museum (noli turbare circulos meos). In der linken Bildhälfte alle Möglichkeiten, mit Hilfe der vorhandenen Dreiecke ein vorgegebenes Rechteck zu füllen

Im Archimedes-Museum (noli turbare circulos meos). In der linken Bildhälfte alle Möglichkeiten, mit Hilfe der vorhandenen Dreiecke ein vorgegebenes Rechteck zu füllen (Tangram)

Die kleine Marina in Marzamemi im südöstlichen Teil Siziliens und Marina di Ragusa waren die letzten Stationen, bevor wir in Licata einliefen. Beide Orte unspektakulär, aber nett anzusehen.

 Am 29.09. am frühen Nachmittag machten wir in Licata fest. Damit begann die zweite Überwinterung und ein neues Kapitel, über das im folgenden gesondert berichtet werden muß.

 

 

Sardinien (30.07. – 31.08.2013)

Die Überfahrt nach Alghero verlief ohne nennenswerte Ereignisse, abgesehen von des Skipperin Dauerschlaf.

Alghero

Alghero

Morgens um 07:30 in Alghero eingelaufen, vom Mooringman im Schlauchboot empfangen, zum Liegeplatz gebracht, beim Anlegen geholfen und die ersten Infos bekommen. So stellt man sich Ankommen vor! Danach gestaltete es sich allerdings schwierig, den berühmten Einlaufkaffee mit Cornetto zu genießen. Es war einfach zu früh! Kein geöffnetes Cafe weit und breit. Schließlich wurden wir nach einem ersten Stadtrundgang in einer Marina, von denen es im Hafen von Alghero einige gibt, fündig. Das hätten wir einfacher haben können. Zurück aufs Schiff, das übliche Rödeln und erst einmal Ausschlafen.

Am Abend der erste Paukenschlag: Vermentino di Gallura. Ein DOCG-Wein aus dem Nordosten Sardiniens. Eigentlich bin ich kein Freund südeuropäischer Weißweine, weil es ihnen nach meinem Geschmack an Säure mangelt. Aber dieser Vermentino stellte alles in den Schatten, was ich bisher an Weißweinen aus dem Süden gekostet hatte: Ananas, Erdbeeren, dazu Macchiakräuter, alles eingebunden in ein ansprechendes Säurekorsett. Einer Restaurantempfehlung folgend, tranken wir diesen Weißen zu Fisch und Pasta.

Vorspeisenteller

Vorspeisenteller

Die Begeisterung für diesen Rebensaft führte natürlich dazu, sich über den Kauf dieser Köstlichkeit beim Wirt zu erkundigen. Wir bekamen eine Adresse in Alghero mit dem Hinweis, uns aus seinem Fundus einige Flaschen zur Verfügung zu stellen, falls der Wein unauffindbar sei. Das nenne ich Service! Aber wir haben den Wein gefunden und uns von ihm und ein paar anderen Vermentinos einen kleinen Vorrat angelegt.

Nachdem also das Wichtigste zu unserer Zufriedenheit geklärt werden konnte, widmeten wir uns anderen Dingen, wie z.B. dem Erwerb einer italienischen Sim-Karte, um per USB-Stick stets einen funktionierenden Internetzugang zu besitzen. Nach einigem Hin und Her klappt es nun vorzüglich.

Desweiteren wurden alle Vorbereitungen zum Besuch unserer Tochter Kerstin getroffen. Mit ihr wollten wir nicht ausschließlich im Hafen verweilen, sondern ihr die Vorzüge des Ankerns näherbringen.

Am 31.07. Abholung vom Flughafen, Einzug auf der Ente und los ging’s in die Stadt.

In der Altstadt

In der Altstadt

Was als erstes auffällt: der nichtitalienische Tourismus hält sich in Grenzen. Ein paar Deutsche, ein paar Briten, das war’s. Kein Vergleich mit den Balearen, wo man Einheimische suchen muß. Für uns wohltuend. Bei den Seglern übrigends das gleiche Bild, hier überwiegen von den ausländischen Yachten naturgemäß die Franzosen, die ja nur um die Ecke segeln müssen. Bemerkenswert: keine Briten, von wenigen Ausnahmen abgesehen, vielleicht mögen sie die italienische Küche nicht, und schütten sich den Essig lieber auf den Balearen über die Pommes. Wie dem auch sei, wir sind in anderen Welt angekommen.

Der Stadtkern von Alghero, die Altstadt, ist leider außerordentlich touristisch herausgeputzt. Spätabends gibt es praktisch kein Durchkommen mehr, hier wäre der Hinweis „Wegen Überfüllung geschlossen“ angebracht. Streift man zu anderen Zeiten durch die engen Gassen, erschließt sich der Charme der Stadt mit seinen gepflegten Häuserfassaden aus Mittelalter, Gründerzeit und Moderne.

Die Domkuppel

Die Domkuppel

Auf dem Gemüsemarkt

Auf dem Gemüsemarkt

Trotzdem ging’s anderntags hinaus auf das weite Meer, allerdings nur für 3 Stunden, dann fiel der Anker in einer wunderschönen Bucht inmitten eines Naturschutzgebietes. Das Wetter herausragend, die Wassertemperaturen so, wie sie der Skipper bevorzugt, am Strand ein Cafe und nur wenige Segler, die es uns gleichtaten.

Hilfsskipperin Kerstin

Hilfsskipperin Kerstin

Fünf Tage blieben wir, wobei sich Kerstin zur rasanten Beibootfahrerin entwickelte. Mit Schnorcheln, Schwimmen, Wandern und Kaffeetrinken, sowie allabendlichem Grillen verging die Zeit bis zur Rückkehr nach Alghero.

Unsere Ankerbucht

Unsere Ankerbucht

Mit Volldampf durch die Bucht

Mit Volldampf durch die Bucht

Dort wurden anderntags die wichtigsten Einkäufe erledigt, abends gab’s noch einmal ein gemeinsames Restaurantessen, das von unserer Kleinen finanziert wurde.

Nachdem uns Kerstin wieder verlassen hatte, brachen auch wir auf, Richtung Süden.

Erstes Ziel war Bosa. Der Ort besteht aus zwei voneinander räumlich getrennten Teilen, Bosa Marina, entstanden in der Neuzeit als Ferienurbanisation und dem eigentlichen Städtchen, das etwa 3 – 4 km vom Meer entfernt liegt. Das Besondere: Bosa liegt an einem Fluß, dem einzig schiffbaren auf Sardinien. So konnten wir uns den langen Fußmarsch oder die Busfahrt sparen und gelangten stattdessen mit dem Beiboot in die Stadt, die den typisch morbiden Charme italienischer Kleinstädte besitzt.

Die Skipperin ungewohnt im Süßwasser

Die Skipperin ungewohnt im Süßwasser

Bosa

Bosa

Im Zentrum von Bosa

Im Zentrum von Bosa

In den engen Gassen

In den engen Gassen

Von Bosa ging’s weiter in den Golf von Oristano, wo wir vor den Ruinen der Stadt Tharos nach einem herrlichen Segeltag an einer Boje (kostenlos!) festmachten. Die Besichtigung dieses schon in der Bronzezeit besiedelten Küstenstreifens war natürlich Pflichtprogramm.

Ankerplatz vor Tharos

Ankerplatz vor Tharos

Die Ente vor Tharos (zwischen den Säulen)

Die Ente vor Tharos (zwischen den Säulen)

Mond und Leuchtturm am Ankerplatz

Mond und Leuchtturm am Ankerplatz

Drei Tage blieben wir, mit Schwimmen, ein bißchen Wandern und dem Besuch der ältesten Kirche Sardiniens vertrieben wir uns die Zeit.

Weiter zog es uns in den Süden, in die Nähe von Buggeru, dem Strand von Portixeddu. Zwei Tage vor einem kilometerlangen Sandstrand ankernd, blieb uns nichts anderes übrig, als ausgiebig zu schwimmen und nachmittags an Land zu gehen, um den Kaffeekonsum hoch zu halten. Bemerkenswert auch hier: nur italienische Touristen und das nicht zu knapp.

Der Strand von Portixeddu

Der Strand von Portixeddu

Nach so viel Natur mußte es als nächstes eine Marina sein. Carloforte heißt das Städtchen, wo wir uns für 3 Tage einquartierten. Ungeheuer quirlig, voller Touristen, aber trotzdem ein Ort, wo wir uns ausgesprochen wohl fühlten.

Promenade in Carloforte

Promenade in Carloforte

Carloforte

Carloforte

Die Marina

Die Marina

Anteil daran hatte auch die Gastronomie. Carloforte war und ist immer noch ein Zentrum des Thunfischfangs und der -verarbeitung, die besseren Restaurants haben sich alle darauf eingestellt. Wir ließen uns die Gelegenheit nicht entgehen und verbrachten einen Abend in einem auf Thunfisch spezialisierten Etablissement. Was dort auf die Teller kam, hatten wir in dieser Form und Qualität noch nie zuvor gegessen. Die verschiedensten Teile des Thunfisches auf mannigfaltige Art und Weise zubereitet, dazu den schon erwähnten Vermentino di Gallura, ein erstes kulinarisches Highlight in Italien! Wir freuen uns auf mehr. Auf dem Nachhauseweg streiften wir durch den Ort und kamen auch zum zentralen Platz des Städtchens. Was für eine überquellende Lebensfreude! Am Rande des Platzes hatte sich ein älteres Kaliber als DJ niedergelassen und beschallte die nähere Umgebung mit klassischen italienischen Weisen. Alles tanzte, jung und alt, alle sangen mit, ein ständiges Kommen und Gehen. Da fühlte man sich als Rentner gut aufgehoben.

Die carlofortesischen Rentner

Die carlofortesischen Rentner

Porto Malfatone das nächste Ziel, eine riesige Bucht mit vielen fjordähnlichen Seitenarmen, in der Dutzende von Schiffen ankern können, ohne sich im geringsten zu nahe zu kommen. Das Ganze vor einer Bergkulisse, die wirklich beeindruckend ist.

Malfatano

Malfatano

Sonnenuntergang am Capo di Pula

Sonnenuntergang am Capo di Pula

Nach einer Ankernacht am Capo di Pula segelten wir entlang der Südküste Sardiniens Richtung Cagliari, vorbei an unzähligen, schneeweißen Stränden, eingebettet in rosafarbenen Granit und dunkelgrünen Wäldern, ein Augenschmaus. Die Frage tauchte auf, warum man hier zu Landzeiten nicht Urlaub gemacht hat.

Cagliari, die größte Stadt auf Sardinien, nimmt in unserer Beliebtheitsskala einen Mittelplatz ein.

Via Roma in Cagliari

Via Roma in Cagliari

An diesem netten Elefanten wurden früher die Köpfe der Hingerichteten gehängt

An diesem netten Elefanten wurden früher die Köpfe der Hingerichteten gehängt

Cagliari von erhöhter Sicht aus

Cagliari von erhöhter Sicht aus

Marina mit Blick auf Cagliari

Marina mit Blick auf Cagliari

Durch die Stadt

Durch die Stadt

Friedhof, Zweck der vielen Mülltonnen läßt für Spekulationen viel freien Raum

Friedhof, Zweck der vielen Mülltonnen läßt für Spekulationen viel freien Raum

Am letzten Abend, Pizza für 10 €

Am letzten Abend, Pizza für 10 €

Akzeptable Altstadt mit Flair, aber Cafes dünn gesät. Begeisterungsstürme löst man damit aber mittlerweile nicht mehr aus. Vielleicht lag’s auch daran, dass wir mit Gedanken schon auf Sizilien waren. Die Marina jedenfalls empfehlenswert, guter Service, Kosten ok, trotzdem lösten wir am 31.08.2013 die Leinen und ab ging’s Richtung Egadische Inseln/Trapani.

Fazit Sardinien: Unser bisher bestes Segelrevier, auch im Hochsommer keine Probleme mit Ankerplätzen an der West-, bzw. Südküste, die es reichlich gibt. Die Ostküste hatten wir bewußt ausgespart, weil alle, die wir unterwegs trafen, abgeraten hatten. Juli/August wäre einfach nicht die richtige Jahreszeit, zu voll, zu teuer.

Menorca (03.7. – 28.07.2013)

Nach diesen Aufregern wurde es Zeit, in die Beschaulichkeit Menorcas einzutauchen und so machten wir uns nach einer ausgiebigen Tapas-Tour am Vorabend mit Corinne, Craig und Heini am 10.07. auf den Weg nach Ciutadella, eine der zwei Hafenstädte Menorcas.

Ciutadella Hafen

Ciutadella Hafen

Der Hafen von Ciutadella ist ein enger, fjordähnlicher Schlauch, in dem ein Club Nautico und seit etwa zwei Jahren auch eine kommunale Marina Liegeplätze anbieten. Letztere konnte sich etablieren, weil die Berufsschifffahrt aus dem Hafen verbannt und ein eigenes Becken im Zufahrtsbereich des Hafens bekommen hat.

Fährt man in den Fjord, geht es zuerst am Club vorbei. Eine Anfrage ergab eine tägliche Liegegebühr von 76,-€ . Da wir eigentlich unser Geld für andere Dinge ausgeben wollten, lehnten wir ab und verholten in die neue Alternative. Und siehe da: Preise ok., Einrichtungen bestens und mitten in der Stadt, allerdings dort auch am stärksten rissagagefährdet. Die Rissaga ist ein Naturphänomem, bei dem – wenn viele meteorologische Faktoren zusammenkommen – das Wasser auf einen Schlag aus dem Hafen fließt, um wenig später in Form eines Minitsunamis zurückzukehren. Dabei sind in der Vergangenheit beträchtliche Schäden angerichtet worden, aber dank eines nun eingerichteten Vorwarnsystems ist die größte Gefahr gebannt. Trotzdem gibt es unter Seglern Hasenfüße, die Ciutadella meiden und damit einen der schönsten Naturhäfen in den Balearen nicht zu Gesicht bekommen, zumindest nicht vom Boot aus.

Hafen bei Nacht

Hafen bei Nacht

Das Städtchen selbst ist nach unserem Gusto, überschaubar, Tourismus hält sich in Grenzen, viele kleine lauschige Plätzchen, an denen man sein Geld wechseln kann.

Einer von vielen Plätzen

Einer von vielen Plätzen

Da wir uns entschlossen hatten, eine Woche zu bleiben, kamen die Fahrräder wieder zum Einsatz. Unser Lieblings-Supermarkt, Mercadona, wurde aufgesucht, ein Teil eines Waschsalons in Betrieb genommen. Kultur und Landschaft kamen auch nicht zu kurz. Aufgesucht wurde z.B. eine Begräbnisstätte aus der Zeit der Talaiot-Kultur, die zwischen 1500 und 1300 vor unserer Zeitrechnung einsetzte. Dieses Bauwerk, Naveta des Tudons, erinnert an ein mit dem Rumpf nach oben zeigendes Boot. In ihm konnten bis zu 100 Menschen bestattet werden. Nachgewiesen sind Bestattungen bis etwa 750 vor unserer Zeitrechnung.

Zwischendurch Essen mit Nicole und Jacques, unseren Bootsrettern aus Pollensa, die inzwischen auch eingetroffen waren.

Die Schiffsretter

Die Schiffsretter

Und immer wieder Bummeln durch die Altstadt.

In der Altstadt, Nähe Markthalle

In der Altstadt, Nähe Markthalle

Schön zum Bummeln, aber wohnen?

Schön zum Bummeln, aber wohnen?

Nach einer Woche ging’s weiter in die Cala Algaiarens, in den Norden Menorcas. Große Bucht, keine Versorgungsmöglichkeiten, kein Cafe, kein Restaurant. Ankern auf Sandgrund (beruhigend) für 3 Tage.

Cala Algairens

Cala Algaiarens

Am zweiten Tag liefen Christiane und Klaus aus Kiel, die wir in Ciutadella kennengelernt hatten, ein, Klönschnack am Abend mit menorcinischem Wein. Anderntags weiterer Weinkonsum mit Rudi und Marie Theresia, deren Boot in Mahon liegt. Viele gute Tips für Menorca.

Weiter ging’s nach Fornells, einer riesigen, rundum geschützten Bucht, in der allerdings Ankern nur noch an einer kleinen Stelle erlaubt ist, der Rest mit Bojen gepflastert (28, -€/Nacht, kein Service), die Menorciner fangen an, den großen Brüdern und Schwestern auf Malle Konkurrenz zu machen.

Fornells

Fornells

Den Ort selbst kann man in die Rubrik „Vergessen“ einordnen, komplett touristisch orientiert.

Dafür war die Cala Mesquida, die als nächstes auf dem Programm stand, von ganz anderem Kaliber. Null Touris, null Cafe, null Einkaufsmöglichkeiten.

Cala Mesquida

Cala Mesquida

Dafür (wie die Zufälle doch so spielen!) ganz in der Nähe eines der besten Fischrestaurants Menorcas. Also Geld zusammengekratzt und nichts wie hin. Die Investition hat sich gelohnt.

Skipperin und Skipper bei ihrer Lieblingsbeschäftigung

Skipperin und Skipper bei ihrer Lieblingsbeschäftigung

Der nächste Stop war eine Übernachtung an der Playa de Binigaus, jetzt schon an der Südküste, Menorca ist ja nicht so groß. Sehr einsam in wunderschöner Umgebung.

Einer der wenigen wirklich einsamen Ankerplätze

Einer der wenigen wirklich einsamen Ankerplätze

Am nächsten Tag Anker auf und weiter gen Osten. Verschiedene Calas, denen wir einen Besuch abstatteten, waren völlig überfüllt, die Invasion aus Frankreich hatte eingesetzt. Davor hatten uns auch schon Nicole und Jaques gewarnt, ab Mitte Juli wär es aus mit der Beschaulichkeit. Die beiden waren dementsprechend auch schon wieder auf dem Heimweg Richtung Fos sur mer.

Schlußendlich fanden wir noch ein Plätzchen in der Cala Goldana, die einen exzellenten Windschutz bietet. Das hat sich natürlich herumgesprochen und somit war abends die Bude gerammelt voll, man hätte fast trockenen Fusses die Bucht überqueren können.

Ankern, dass es einem Angst und Bange wird

Ankern noch überschaubar . . .

. . . hier wirds einem angst und bange

. . . hier wirds einem angst und bange

Die Umgebung urlauberfreundlich ausgestattet, aber freundlicher als in Fornells.

Da wir unsere Tochter Ende Juli auf Sardinien erwarteten, liefen wir nach zwei Tagen aus, um dem größten Naturhafen des Mittelmeeres und gleichzeitig der Inselhauptstadt Mahon einen Besuch abzustatten.

Der Inseleinschnitt ist in der Tat gewaltig.

Die riesige Bucht von Mahon

Ein Teil der riesigen Bucht von Mahon

Ankermöglichkeiten keine, trotz des riesigen Ausmasses, dafür die vielfältigsten Anlegemöglichkeiten. Wir entschieden uns für einen Ponton der, in offenem Wasser verankert, etwa 12 Schiffen einen Liegeplatz bietet. Strom- und Wasseranschluß vorhanden, selbst eine Mülltonne fehlt nicht. An Land geht’s nur mit dem Dingi, dafür aber in zwei Minuten erreicht.

Unser Liegeplatz

Unser Liegeplatz

Wer Mahon kennt, weiß, dass es eine Unter- und Oberstadt gibt, wobei – wie kann es anders sein – das Zentrum in der Oberstadt liegt. Also bei Besuchen immer erst bergauf. Dafür wird man allerdings mit einer kuscheligen Altstadt und den vielfältigsten Einkaufsmöglichkeiten belohnt, Cafes fehlen natürlich auch nicht.

Einkaufsmeile in Mahon

Einkaufsmeile in Mahon

Architektonisch gibt es einiges zu sehen

Architektonisch gibt es einiges zu sehen

Viel Grün in der Stadt

Viel Grün in der Stadt

Rast unter'm Gummibaum

Rast unter’m Gummibaum

Ein Museumsbesuch darf nicht fehlen

Ein Museumsbesuch darf nicht fehlen

Unserer Lieblingsbeschäftigung frönten wir ausgiebig. Zu Skippers Geburtstag gab’s ein paellaähnliches Reisgericht mit viel Meeresgetier, Languste war auch dabei. Weißweinmäßig gibt es auf den Balearen nichts besonderes, aber am Horizont blitzt schon Sardinien auf.

Als wir einem Briten zusehen mußten, wie er seine Pommes frites mit einer halben Flasche Essig ertränkte, war es an der Zeit zu gehen. In diesem Zusammenhang: Was sind die drei dünnsten Bücher der Welt? Platz 3 geht an die italienischen Heldensagen, Platz 2 wird vom schweizer Kamasutra eingenommen und auf Platz 1 steht unangefochten das britische Kochbuch. Sardinien, wir kommen!!!

 

 

Mallorca (07.06. – 03.07.)

Anmerkung: Die nicht unbedingt aktuelle Berichterstattung (verschiedentliche Proteste und Anmahnungen) ist nicht auf die Lustlosigkeit des Verfassers zurückzuführen, sondern auf die Tatsache, dass wir in dieser Saison ausgesprochen miese Internetbedingungen vorfinden. Ich bitte um Nachsicht.

Ankunft im Real Club Nautico Palma de Mallorca gegen 07:00 Uhr. Im Gegensatz zu anderen Marinas, beginnt der Betrieb erst um 08:00 Uhr. Also an der Tanke warten und die vergangene Nacht noch einmal Revue passieren lassen. Die ersten Stunden nach Aufbruch in Ibiza brachten herrliches Segeln mit unserem neuen Code Zero.

Code Zero-Segeln

Code Zero-Segeln

Endlich ein Leichtwindsegel, wie wir es schon im letzten Jahr so sehnlichst gewünscht hatten! So macht Segeln einfach noch mehr Spaß. Leider blieb nach Einbruch der Nacht die nötige Windunterstützung aus, unser Dieseltank freute sich auf die nächste Füllung.

Sonst passierte überhaupt nichts, bis auf die Tatsache, dass bis weit nach Mitternacht pausenlos in Palma gestartet und gelandet wurde. Die Landebeleuchtung der Jets hielten wir anfangs für irgendwelche Navigationslichter (eigentlich sind sie es ja auch), die überaus flotte Mobilität konnte andererseits nicht von schwimmenden Objekten stammen. Nachdem das Problem geklärt war, ging Uschi schlafen.

Palma im Morgenlicht

Palma im Morgenlicht

Im Marinabüro des RCNP brachten wir die sehr kompetente Mitarbeiterin erst einmal aus dem Konzept, als wir den Wunsch vortrugen, einen Liegeplatz für eine Woche belegen zu wollen. Das ginge auf keinen Fall, wir wären in der Saison und und . . . Dann fragte sie nach der Größe unseres Schiffes, 10 m? Überhaupt kein Problem. Tja ihr 45-, 50- und mehr-Füßer: kleines Schiff kleine Probleme und kleine Kosten (für Segler: bis zum 15.06. kostet der Liegeplatz alles incl. 31,00 € für ein 10 m-Schiff). Palma hat uns wieder.

Palma

Palma

. . . und bei Nacht

. . . und bei Nacht

Im folgenden werden wir nur von den allerwichtigsten Ereignissen berichten. Palma, für uns eine der schönsten Metropolen Europas, kennt eigentlich jeder. Wenn nicht, nix wie hin!

Wichtigstes Ereignis: Weineinkauf in einer der besten Vinotheken für spanische Weine, die ich kenne (wenn jemand Interesse hat: „LaVinoteca“, eigene website). Aufgrund des unüberschaubaren Angebotes verließen wir uns wieder auf die Empfehlungen der kompetenten Mitarbeiter. Wir waren in der Vergangenheit noch nie enttäuscht worden.

Die Neuerwerbungen

Die Neuerwerbungen

Unangenehmstes Ereignis: Zahnarztbesuch. Schon Mitte April spürte ich unter einer Brücke, daß irgendetwas nicht stimmte. Da keine starken Schmerzen auftraten, wurde die Angelegenheit zunächst nicht weiter beachtet. Die Ignoranz gegenüber der Brücke beseitigte jedoch nicht die Ursache für das Unwohlsein. Mit der Zeit wurde es schlimmer, daher wurde in Palma der Entschluß gefaßt, das Übel bei der Wurzel zu packen. Und in der Tat, es stellte sich heraus, daß es ein beginnender Abszeß an zwei benachbarten Zahnwurzeln war. Kurzum, 2,5 Stunden Zahnarztstuhl, Wurzelresektion etc. Der behandelnde Arzt ist ein seit über 20 Jahren in Palma praktizierender Deutscher mit einer bestausgestatteten Praxis, kompetenten und überaus freundlichen Mitarbeitern.

Sieht man's?

Sieht man’s?

In den Folgetagen gab’s nur weiches Futter, unter anderem eine überaus köstliche Paella im clubeigenen Restaurant.

Die noch verbliebenen Tage wurden verbummelt, unter anderem stand ein Treffen mit Elke und Werner an, zwei liebe Segler aus Gibraltartagen, die in Soller Station gemacht hatten und mit dem Bus nach Palma kamen.

Elke und Werner

Elke und Werner

Nachdem der Schmerz besiegt und die wichtigsten Einkäufe getätigt waren, Abschied von Palma. Ziel waren die „Ziegeninseln“, Cabrera, ein Naturschutzgebiet, für dessen Besuch eine Erlaubnis beantragt werden mußte, um eine der Bojen, an denen man festmachen muß, zu reservieren.

Vorher jedoch standen noch zwei Tage Ankern an Mallorcas Traumstrand „Es Trenc“ an. Karibisches Flair, türkisfarbenes Wasser, ein nettes Städtchen zum Bummeln (Colonia San Jordi).

Wie in der Karibik

Wie in der Karibik

Die Skipperin in Türkis

Die Skipperin in Türkis

Cabrera eine Naturidylle. Leider gab es kaum Gelegenheit, die Insel zu bewandern. Außer ein paar vorgegebenen Pfaden herrscht überall Betretensverbot. Baden war immerhin erlaubt.

Cabrera

Cabrera

Nach 3 Tagen weiter in einen Ort, der dem Skipper bestens bekannt ist (seit 1972) und voller Erinnerungen steckt, ja, ja, die gute alte Zeit! Heute ist Cala Figuera ein verschlafenes Nest (zum Glück), in dem nur Tagestouristen die Beschaulichkeit stören, ab 18:00 Uhr kehrt wieder Ruhe ein. Ein paar kleine, aber feine Restaurants und eine Bar/Kneipe „El Momento“ garantieren Wohlfühlstimmung. Ein Schwätzchen mit einem seit über 25 Jahren in CF ansässigen Deutschen über die alten Tage runden das stimmige Bild ab.

Die Ente in Cala Figuera

Die Ente in Cala Figuera

Hafen Cala Figuera

Hafen Cala Figuera

Der Besuch der Badebucht Cala Santanyi und eine Radeltour zum Kaffeetrinken und Einkaufen nach Santanyi waren dann die letzten Aktivitäten und weiter ging’s in die

Cala Magraner, wo wir als einziges Schiff die Nacht verbrachten, um am nächsten Morgen in das benachbarte Porto Cristo zu verholen.

Cala Magraner

Cala Magraner

Das ganze bei Nacht

Das ganze bei Nacht

Hier erwartet uns quirliger Tourismus in einem durchaus ansehnlichen Städtchen. Mit dem inzwischen recht ordentlich entwickelten Gespür, Touristengastronomie aus dem Wege zu gehen, fanden wir denn auch außerhalb des Ortszentrums ein hübsches kleines Cafe mit lauschigem Garten, wo wir nun des öfteren verweilten.

Weil gerade Nordwind herrschte, auf nach Norden, rund Cala Ratjada (links liegen gelassen) und in die Bucht von Alcudia. Der Richtungswechsel erlaubte nun die weißen Tücher zu setzen und ab ging’s in flotter Fahrt nach Colonia de San Pedro. Von allen Seglern, die wir trafen, kannte kein einziger diesen Hafen. Für uns Anreiz genug, sich dort einmal umzutun. Und siehe da: ein Kleinod! Weit weg von den üblichen Charterwegen und bekannten Trampelpfaden präsentierte sich das Städtchen in wunderschöner Umgebung, nur wenig Tourismus und vor allem – einem exzellenten Club Nautico. So zuvorkommend, nett und persönlich sind wir vorher und auch später nie behandelt worden. Selbstverständlich, dass wir mehrmals täglich dort Einkehr hielten. Gleich am ersten Abend gab es einen kompletten Steinbutt als Hauptgang mit allem drum und dran. Man muß eben Prioritäten setzen, wir lieben es, Geld zu Nahrungsmitteln zu machen und diese zu genießen.

Club Nautico

Club Nautico

Strand bei San Pedro

Strand bei San Pedro

Nach ausgiebigen Strandspaziergängen und weiterer Energiezufuhr im Club vertrödelten wir die Zeit bis wir in die Bucht von Pollensa aufbrachen.

Dort angekommen, wurden zwei alte Bekannte aus La Lìnea herzlichst begrüßt, Craig und Corinne, ebenfalls Gründungsmitglieder des „Happy New Year Club“. Sie stellten uns sogleich den selbstgefertigten Clubstander vor und gemeinsam freuten wir uns auf die nächste Feier in Licata auf Sizilien.

Club-Stander

Club-Stander

Später, an Land, lief uns Heini über den Weg, den wir in Mellila kennengelernt hatten. Von ihm wird noch zu berichten sein.

Wer Puerto de Pollensa kennt, weiß, dass der Ort ausgesprochen britisch geprägt ist. Insofern gibt es nicht viel zu berichten, was Land und Leute angeht. Versorgungsmöglichkeiten sind gut, die Umgebung ansprechend. Wir beschlossen in der Bucht vor Anker zu gehen und ein paar Tage zu bleiben.

Reede Pollensa

Reede Pollensa

An einem dieser Tage fuhren wir morgends mit dem Beiboot an Land, um den bordeigenen Kühlschrank wieder aufzufüllen.

Während unserer Abwesenheit auffrischender Wind (25 – 30 kn) mit Richtungswechsel um 180 °. Wir kommen zurück, Schiff nicht mehr da! Nach einigem Suchen finden wir es an eine Boje gebunden.

Kaum an Bord, kommt unser schweizer Freund Heini mit dem Dingi und klärt uns auf: Ein Franzose beobachtet, wie das Schiff auf Drift geht und gibt Alarm mit dem Nebelhorn. Ein in der Nähe liegender Finne erkennt sofort, was zu tun ist und springt in sein außenborderstarkes Beiboot, Franzose und Heini kommen zu Hilfe. Zu dritt nehmen sie die Ente auf den Haken und machen es an besagter Boje fest.

Auf dem Dankesweg mit dem Dingi zum Franzosen geht uns 20 m vor Erreichen seines Schiffes der Sprit aus (immer noch stark windig), also Riemen raus und los. Nach dem ersten Zug bricht an einer Seite die Ruderbefestigung. Ein zufällig vorbeifahrender Brite nimmt uns an die Leine und schleppt uns zum Franzosen. Dort gibts erstmal Kaffee und Schokolade zur Beruhigung. Später, nach dem Auftanken des Dingi, zum Finnen, um unseren Dank auszusprechen. Zu unserem Erstaunen ist er sehr zurückhaltend, betrachtet seine Hilfe als selbstverständlich und trinkt keinen Alkohol (Finne!!!). Dafür entwickelt sich in den nächsten Tagen mit unseren Franzosen eine ausgesprochen nette Beziehung. Einladungen gehen hin und her, man wird sich auf Menorca zu weiteren Aktivitäten treffen. Während unserer Zeit in Pollensa ist natürlich auch Heini immer mit dabei.

Unsere Retter

Unsere Retter

Welcher Anker ist der beste?

Welcher Anker ist der beste

Nach diesen Aufregern wurde es Zeit, in die Beschaulichkeit Menorcas einzutauchen und so machten wir uns nach einer ausgiebigen Tapas-Tour am Vorabend mit Corinne, Craig und Heini am 10.07. auf den Weg nach Ciutadella, eine der zwei Hafenstädte Menorcas.