Ionisches Meer (Mai/August 2015)

Nun also Leinen los und ab nach Siracusa. Der Wind war mit uns, so dass ausreichend Segeln angesagt war. Ankunft am nächsten Morgen. Vom ersten Ankerplatz von der Guardia Costiera vertrieben, trafen wir beim nächsten Halt auf zwei alte Bekannte aus Licata, die zwischenzeitlich in Tunesien waren und nun ebenfalls auf dem Weg nach Griechenland sind, Madeleine und George aus Frankreich. Bei einem Kaffee wurden die nächsten Pläne besprochen.

Madeleine und George

Madeleine und George

Nachgebunkert bei Lidl, ging es am 23.05.15 weiter Richtung Erikoussa, Griechenland, Ionisches Meer. Anfangs noch ausreichend bemessen, verabschiedete sich Rasmus schließlich, um nur noch stundenweise aus beiden Backen zu blasen, zum Glück aus der richtigen Richtung. Das sollte bis Erikoussa so bleiben. Am 25.05.15 Eintreffen Ankerplatz gegen 21:00. Ich liebe es, in Dunkelheit auf unbekannten Plätzen zu ankern! Aber alles ging gut, am nächsten Morgen stellten wir fest, dass der gewählte Sicherheitsabstand zum Strand doch sehr großzügig bemessen war. Daher verholten wir in Richtung Land.

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Erikoussa Reede

Die Insel selbst ist für uns ein Kleinod. Zumindest jetzt in der Vorsaison liegt alles noch im Dornröschenschlaf, aber auch im Juli/August kann ich mir nicht vorstellen, dass es hier zu Massenansammlungen von Touristen kommt, dazu fehlt einfach die Infrastruktur.

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Grüne Insel und geputzte Häuser

Das Eiland ist unglaublich grün und bewaldet. Die wenigen Häuser verteilen sich über die ganze Insel mit einem Ortskern, der aus einer Bar und einem Minimarkt besteht. Überaus freundliche Menschen, der Barbetreiber besprach mit uns am Mittwoch, was wir am Samstag bei ihm essen wollten. Das nenne ich Kundenfreundlichkeit!

Am Donnerstag Starkwind aus NW. Der hielt bis spät in die Nacht. Landgang war daher nicht angesagt.

Dafür ein ausgiebiger Rundgang am Freitag. Der erste Eindruck täuschte nicht: alles ist aufgeräumt, sauber und geputzt, bis in die hintersten Winkel.

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Die Ente vor Erikoussa

Samstag dann das erste griechische Mahl. Aus leidvoller Erfahrung vor Jahren durfte man gespannt sein. Und siehe da: eine positive Überraschung, sollten die Hellenen dazugelernt haben? Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

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Ortskern: Nettes Restaurant mit Minisupermarkt

Sonntag, 31.05., Aufbruch nach Korfu. Auf dem Wege dorthin – unter Motor – plötzlich ein Ruck durch’s Schiff, Geschwindigkeitsverlust. Erster Gedanke: die Schraube ist weg! Nach einem Tauchgang der Skipperin kommt sie mit einer Plastikfolie zurück. Glück gehabt!

In der Kalami Bucht dann ein Wiedersehen mit Madeleine und George, die uns sofort in die Örtlichkeiten einwiesen. Wo welcher Supermarkt für welche Produkte der richtige ist etc. Abends Essen an Land. Es gab nichts zu meckern.

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Mit Madeleine und George auf Korfu

Bis zur Weiterfahrt nach Korfu Stadt erholsame und unaufgeregte Tage.

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Vollmond auf Kalami Reede

Am 04.06. Weiterfahrt mit Zwischenstop in der Gouvia Marina zum Tanken, Wasser bunkern und DEPKA (Befahrenserlaubnis) besorgen. Außerordentlich freundliche Marina. Da Wasser an der Tankstelle nicht zu erhalten war, Anfrage bei der Marina. Ein Marinero wies uns den Weg, längsseits, unmittelbar vor dem Marinabüro, Wasser und Aufenthalt umsonst! Das nennt man Kundenfreundlichkeit. Auch der Papierkram war in relativ kurzer Zeit erledigt, wenn auch etwas umständlich: Zahlen (30,00 €) bei der netten Lilo, dann mit der Quittung zur „Port Authority“. Hier trägt ein weißgekleideter Marineherr die Schiffsdaten in eine Kladde, um sodann ein überdimensionales Formular (irgendwo zwischen DIN A3 und DIN A2) handschriftlich (!) auszufüllen, zu kopieren und einen Obulus von € 15,00 einzuziehen. Geschafft! Ein paar Tage später berichteten uns Segler, dass zwischenzeitlich die Formulare ausgegangen waren und keine Erlaubnisse mehr ausgestellt werden konnten. Glück gehabt!

In der Garitsas Bucht vor Korfu Stadt geankert und trotz dräuendem Gewitter an Land und SIM Karte besorgt (nur Daten, Tip: COSMOTE, hat nach unserer Erfahrung eine sehr gute Abdeckung, vor allem auf den etwas einsam gelegenen Inseln). Nach Rückkehr festgestellt, dass das Boot irgendwie den Platz gewechselt hatte. War nicht weiter schlimm, da ausreichend Wassertiefe vorhanden und der Anker wieder gefaßt hatte (Rocnar!). Trotzdem nehmen wir uns vor, bei unklarer Wetterlage in Zukunft an Bord zu bleiben.  Am nächsten Tag Vorräte aufgefüllt (Lidl) und Frappe getrunken.

Am 06.06. nachmittags in Petriti, einem kleinen Fischerhafen im Süden von Korfu an der Mole rückwärts mit Buganker festgemacht. Hat auf Anhieb geklappt.

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Mit Bernd in Petriti

Beim ersten Landgang stellen wir erfreulicherweise fest, dass es diverse Tavernen gibt, die sowohl warme Duschen als auch Waschmaschinen für die Seglergemeinde zur Verfügung stellen, wenn man sich im Restaurant verköstigen läßt, ist es fast umsonst.

Gegen Abend gesellt sich Bernd zu uns, ein guter Freund aus Licata, der uns dort ein ums andere Mal sein Auto zur Verfügung gestellt hatte, das er im Winter nach Sizilien überführt hatte. Es wurde ein vergnüglicher Abend in der Taverne.

Am nächsten Morgen Erkundungsspaziergang in die Umgebung. Gegen Mittag machte sich Bernd davon in die Gouvia Marina, er mußte für ein paar Tage zurück in die Heimat.

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Petriti, Ionische Inselwelt

Dafür trudelten am Nachmittag Conny und Olaf ein, die wir aus – richtig – Licata kannten. Wieder nettes Beisammensein.

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Man hilft ja gerne, Ankermanöver mit Olaf

Da sich herausstellte, dass die Mole nicht nur für Segler gedacht war, sondern auch für passionierte Angler, die etwa ab 03:00 Uhr früh lautstark ihrer Tätigkeit nachgingen, zogen wir am 10.06. von dannen, in Richtung Festland in die Ormiskos Valtou, nahe des Fährhafens Igumenitsa.

Hier waren wir wieder unter uns, ein paar Boote lagen mit uns in dieser einsamen Idylle, die nur am Abend durch ein heftiges Gewitter unterbrochen wurde, das genau über uns hinweg zog.

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Idylle in Ormos Valtou

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Das sind Sonnenuntergänge, wie sie der Segler liebt

Nächster Stop war Gaios auf Paxos. Wir legten am Stadtkai an und waren über die Touristenmassen entsetzt. Eigentlich ein recht heimeliger Ort (in unserer Erinnerung) besteht er heute zu 95% nur noch aus touristischen Einrichtungen.

Am frühen Abend liefen Jutta und Leo aus Österreich (Bekannte aus Licata) ein. Gemeinsames Essen.

Am nächsten Tag Flucht aus Gaios in eine Bucht, Ormos Fanari, auf dem gegenüberliegenden Festland. Endlich wieder Ruhe und Beschaulichkeit. Bordleben.

Nach einer ruhigen Nacht gemeinsame Schlauchbootfahrt mit Jutta und Leo den Acheron hinauf, der Fluß, der in der griechischen Mytologie in den Hades fließt. Drei km durch die Wildnis mit Schildkröten und Nachtigallen. Stop an einem Anleger eines Kajak-Verleihers. Dieser bot sich an, uns an die ca. 1,5 km entfernten Ruinen des Nekromanteion (Totenorakels) aus dem 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zu fahren. Dankend nahmen wir an. Der Besuch hat sich gelohnt. So erfuhren wir, dass schon zu damaligen Zeiten die armen Besucher, die mit ihren Ahnen in Kontakt treten wollten, um so allerlei zu erfahren, aufs ärgste getäuscht wurden. Die Mauern um den eigentlichen „Kontaktraum“ waren mit Gängen ausgestattet, so dass hier die Priester ungesehen den Ratsuchenden, je nach Vermögensstand, ihre Einflüsterungen vornehmen konnten.

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Mit Jutta und Leo auf dem Acheron

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Nekromanteion, rechts und links der Bögen schlichen die Priester herum und veralberten die Hilfesuchenden

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Mit Jutta und Leo an heiliger Stätte

Am Abend Essen bei Costas, wie sich schnell herausstellte, ein Anlaufpunkt für deutsche Touristen. Es war trotzdem hervorragend.

Zurück in der Zivilisation. Die Cleopatra-Marina, Prevezza, mit hervorragender Ausstattung, Preisniveau ok. Auf dem Hafengelände Restaurant und Bar und ein hervorragend ausgestatteter Schiffsausrüster. Morgens fährt ein Shuttleboot nach Prevezza zum Einkaufen etc. und mittags wieder zurück.

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Von Krise nichts zu spüren, es gab alles, selbst Unnötiges wie hier zu sehen

Am 23.06. ging’s in den Ambrakischen Golf, ein fast wie ein Binnensee gestalteter Meeresarm. Dort in einer Bucht geankert, die sehr weit von der Einfahrt in den Golf entfernt liegt. Man merkte es daran, dass während der Zeit unseres Aufenthaltes nur ein, zwei Boote zu Besuch kamen.

Am Strand ein paar Wohnmobile. Eines davon gehörte zu Willi und Ricki, zwei ausgesprochen nette Österreicher aus Wien, die seit 6 Jahren diese Lokalität besuchen und natürlich mit den Örtlichkeiten bestens vertraut waren.

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Ambrakischer Golf

So zeigten sie uns ein Resort, keine 5 Minuten vom Strand entfernt, in dem überwiegend Hochzeiten stattfinden. Wenn mal gerade nicht geheiratet wird, steht der Poolbereich mit Bar auch normalen Gästen zur Verfügung. Luxus im Nirgendwo.

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Poolbar mit Ricki, Jutta, Willi und Leo

Beeindruckender jedoch der in der Nähe befindliche Ort mit ca. 600 Einwohnern, nicht am Wasser gelegen, sondern ca. 1,5 km davon entfernt. Wir waren während unseres Aufenthaltes jeden Tag dort. Cafes und eine Taverne waren selbstverständlich vorhanden, an die Preise dort konnte auch Licata nicht heranreichen. Dazu eine Gastfreundschaft, die im wahrsten Sinne des Wortes ihresgleichen sucht. Unseren Frappe im Cafe haben wir nur einmal bezahlt, die restlichen gingen auf Kosten der Wirtin und deutschsprachiger Bewohner, die sich freuten, mit uns zu plaudern zu können.

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Dhrimos

Zwischenzeitlich waren Jutta und Leo eingetroffen, mit ihnen gingen wir abends in die einzige Taverne zum Essen. Lammkottelets (1 kg) für 4, dazu verschiedene Vorspeisen, Wein, Wasser, Dessert, zusammen 40,00 €. Kein Kommentar.

Auf dem Rückweg aus dem Ambrakischen Golf Zwischenstop in einer lauschigen Bucht nahe Voniza, ein Städtchen mit ein bißchen Tourismus und Tagesgästen aus Prevezza.

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Voniza

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Ankerplatz bei Voniza

Die Ionische Inselwelt lockt und so starteten wir am 29.06. frühmorgens, um am Nachmittag in der Marina Levkas einzulaufen. Dazu war eine Kanalfahrt notwendig, Insel und Festland sind an dieser Stelle durch eine Drehbrücke verbunden, die stündlich öffnet, um die Freizeitboote (und nur diese) in beide Richtungen passieren zu lassen.

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Lefkada, Kanalfahrt

Auf dem Weg ans andere Ende des Kanals (Länge insgesamt ca. 2 sm) liegt besagte Marina, in der wir für 2 Tage Rast machen wollten, um zu bunkern. Es wurden letztendlich 4 Tage, weil alte und neue Bekannte die geplante Weiterfahrt verhinderten. Zu den neuen Bekannten zählen Norbert und Angelika, die seit ein paar Jahren in der Ionischen Inselwelt zu Hause sind und natürlich viel zu erzählen hatten, sowie Rosemarie und Sten, zwei lieben Dänen, die wir aus – nein, nicht Licata, sondern Menorca – kannten.

Im übrigen ist Lefkas ein ausgesprochen nettes Städtchen, viel Tourismus zwar, aber irgendwie verläuft es sich. Versorgungslage ausgezeichnet, die Griechenlandkrise läßt das Wechselgeld knapp werden, sonst sind bisher keine nachteiligen Auswirkungen festzustellen.

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Trotz Krise gehen die Leckereien nicht aus

Weiter geht’s am 04.07., durch den Kanal Richtung Süden. Ziel ist Ormos Vlikho, eine kreisrunde Bucht mit Rundumschutz gegen alle Wetter.

Ankunft am frühen Nachmittag. Die Größe der Bucht überrascht doch ein wenig. Es gibt hier Ankermöglichkeiten für Dutzende von Booten. Somit haben wir kein Problem, ein uns genehmes Plätzchen zu finden. An Land die üblichen Kneipen und Restaurants, Versorgungsmöglichkeiten beschränkt. Dafür aber Ruhe und Gelassenheit. Wir genießen es.

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Ormos Vlikho

Später trudeln Jutta und Leo ein, gemeinsames Grillen an Bord und ein leckeres Frühstück am nächsten Morgen an Land.

Nach einem Spaziergang auf die gegenüberliegende Seite der Bucht und Stärkung in einem der dortigen Restaurants erfahren wir, dass die Griechen mit „Nein“ zum EU-Sparpaket gestimmt haben. Mal sehen, wie es weitergeht.

Nächster Stop am 06.07. eine der unendlich vielen Buchten auf Meganisi. Der Sommer beginnt: Die Hitze wird größer, der Wind verabschiedet sich. Und eine Unmenge an Booten sind unterwegs, es wird zunehmend unangenehm. Ausgesprochen lästig sind die Flotillenfahrer, die mit 10 und mehr Booten abends in die Marinas oder auf den Ankerplätzen einlaufen. Seglerische Erfahrung Null, dafür aber lärmend und trinkfreudig.

Ich wage mir nicht vorzustellen, was passiert, wenn aus dem Nichts schlechtes Wetter aufkommt.

Am Folgetag machen wir in der Ormos Spilia, ebenfalls Meganisi, an einem Restaurantsteg fest. Der Betreiber des Steges und Restaurantbesitzer versteht sein Handwerk. Ruckzuck liegen wir sicher an der Mooringleine. Glasklares Wasser, angenehme Temperaturen und dazu noch WiFi vom Restaurant, perfekt!                    Abends Essen im Restaurant, dafür, dass nur für Touristen gekocht wird, erstaunlich gut.

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Ormos Spilia

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Und wieder wird es Abend

Ein Spaziergang nach Spartakori über der Bucht ist eine lohnende Angelegenheit. Es gibt einen Supermarkt und vor allem eine atemberaubende Aussicht von der Terasse eines Cafes über die ionische Inselwelt.

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Traumhafter Blick über das Ionische Meer von Spartakori

Als nächstes Ziel steht Kastros auf dem Zettel, ein kleines Inselchen südöstlich von Meganisi. Der Weg dorthin gestaltet sich ein wenig mysteriös, egal in welche Richtung wir durch die Inselwelt segeln: der Wind kommt immer von vorn. Etwas besser wird es erst, nachdem wir aus dem Windschatten der großen Inseln heraus kommen.

Gleichermaßen schwierig gestaltet sich die Suche nach einem geeigneten Ankerplatz nach Ankunft. Fallböen machen es auch nicht einfacher. Irgendwann fällt das Eisen, wir sind nicht wirklich glücklich, aber für eine Nacht wird’s schon gehen. So war es denn auch, obwohl die Fallwinde permanent über uns herfielen.

Am nächsten Morgen Anker auf und Richtung Mitikas, Festland. Hier gibt es zwar einen Hafen, aber wir bevorzugen – wenn möglich – das Ankern. Letzteres war in der weiten Bucht vor Mitikas problemlos möglich, mit gutem Schutz vor den sommerlichen NW-Winden, die sich tagsüber aufbauten und bestem Ankergrund (Sand).

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Riesenbucht vor Mitikas

Mitikas selbst war eine angenehme Überraschung. Ein kleines Städtchen, an dem der Tourismus weitgehend vorüberzieht, von ein paar Campingplätzen abgesehen, die sich um die Bucht verteilen. Unmittelbar am Wasser gelegene Cafes und Restaurants mit traumhaftem Blick auf die ionische Inselwelt versüßten unseren Aufenthalt darüberhinaus.

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Mitikas

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Mitikas, wieder ein herrlicher Blick

Am 13.07. machten wir uns trotzdem auf Richtung N, in die Ormos Variko, ebenfalls am Festland gelegen, der Besuch Kerstins, die wir in der Cleopatra Marina in Empfang nehmen wollten, warf seine Schatten voraus. Die Bucht eine Idylle, leider ziemlich voll. Abends trafen Chaoten unter südafrikanischer Flagge ein. Anker irgendwo geschmissen, dann an Land. Im letzten Dämmerlicht des Tages beginnt das Boot zu driften. Irgendwann kommt jemand an Bord. Anker auf und ohne ein einziges Lichtlein im Dunkeln durch das Ankerfeld, da kommt Freude auf!

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Ormos Variko, nicht unser Boot, dieses Mal lagen wir mitten drin, aber geschickt fotografiert

Wir bleiben 3 Tage, Spaziergänge an Land und Faulenzen an Bord wechseln sich ab.

Cleopatra Marina ist für den 17.07. gebucht, so machen wir uns am 16. 07. auf, um die letzte Nacht in Ligia, am südlichen Kanalausgang von Lefkas, zu verbringen. Jutta und Leo kommen dazu, gemeinsamer Restaurantbesuch. Am nächsten Morgen trennen sich unsere Wege. Wir gehen nach N, unsere österreichischen Freunde zieht es in den Süden. Ein weiteres Treffen wird wohl so bald nicht wieder stattfinden, macht’s gut ihr beiden!

Mittags am 17.07. Ankunft Cleopatra Marina nach einer unspektakulären Kanalfahrt in Levkas, bis auf einen drängelnden Deutschen, der unbedingt in der einspurigen Kanalausfahrt überholen mußte. Vor Idioten ist man halt nicht sicher. In der Ausfahrt steckte auch noch ein Franzose auf Grund, der aber ruckzuck von einem Amerikaner aus seiner mißlichen Lage befreit wurde.                                                                                          Nach einem genüßlichen Mahl ließen wir den Tag beim Wein ausklingen.

Aufbruch in den Ambrakischen Golf am 19.07. Die Anreise Kerstins lief wie geplant, der Flughafen ist zu Fuß von der Marina aus zu erreichen. In Vonitsa in einer östlich gelegenen Bucht geankert und mit dem Beiboot an Land und auf den Markt. Nach Einkauf wichtiger Überlebensrationen zum Kaffeetrinken an die Promenade, später zurück zum Boot und Abkühlen in der Ankerbucht. Mit dem Abkühlen war das dann so eine Sache. Bei Wassertemperaturen von deutlich über 25°C kann man in der Tat nicht mehr von einer Erfrischung sprechen.

Am nächsten Morgen ab Richtung Bucht vor Dhrimos, die uns ja schon einmal gesehen hatte. Nach unserer mittäglichen Ankunft trudelten noch Bernd mit seiner „TinLizzy“ sowie Gaby und Gerald mit „VivaMare“ ein, Licata-Treffen also. Unsere österreichischen Camperfreunde Ricki und Willi waren auch noch an Ort und Stelle, so dass die nächsten Tage mit abendlichem Grillen, Taverna-Besuch und selbstverständlich Pool-Aufenthalten Kurzweil boten. Ein Ausflug zu einem nahegelegenen Wasserfall unter griechischer Leitung des Fussballtrainers Jorge rundete den Aufenthalt ab.

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Tavernabesuch mit vielen Freunden

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Ausflug in die Berge

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Und abends wird wieder gefeiert. Kerstin und Jorge, der griechische Fussballtrainer

Eine Einladung der Resort-Betreiber zu einer griechischen Hochzeit am 26.07. konnten wir nicht ausschlagen, das bedeutete eine erneute Rückkehr, nachdem wir Kerstin wieder in den Flieger nach Deutschland gesetzt hatten. Das war am 24.07. der Fall, nachdem wir am 23.07. des Skippers Geburtstag noch ausgiebig gefeiert hatten.

Nun also wieder Dhrimos, griechische Hochzeit. Zunächst erfuhren wir bei Ankunft, dass sich die Festivität um einen Tag verschoben hatte. Ob dem Brautpaar Zweifel gekommen waren oder ein organisatorisches Problem dahinter steckte, erfuhren wir nicht. Egal, Hauptsache feiern. Um es kurz zu machen: eine Hochzeit mit 600 Gästen hatten wir bis dato noch nicht erlebt und werden es vermutlich auch zukünftig nicht. Das Essen hervorragend, die Stimmung ausgelassen feierten wir bis in den frühen Morgen. Zwischendurch ging das Brautpaar von Tisch zu Tisch und bedankte sich bei allen (!) Gästen für ihr Kommen. Ein Erlebnis, das wir nicht missen möchten!

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Ob wir wohl noch einmal vorbei kommen? Dhrimos im Morgenlicht

Nach einem Tag Pause (Ausruhen) segelten wir am 28.07. nach Prevezza, am Ausgang des Ambrakischen Golfes und ankerten neben der Stadt.

Natürlich trafen wir auch hier alte Bekannte aus Licata, die wie wir auf dem Weg in die Ionische Inselwelt waren. Einen Tag gaben wir uns noch zum Auffrischen der Vorräte, dann ging’s ab nach Levkas, nicht wieder durch den Kanal, sondern außen herum.

Am Nachmittag des 30.07. segelten wir bei besten Wetterbedingungen in die tief eingeschnittene Bucht im Süden Levkas‘ ein, um nach Vassilki am Scheitel der Bucht zu gelangen. Kaum waren wir in der Bucht, pfiff es mit 30 kn aus West über die Anhöhen. Nachdem wir bei diesen Bedingungen vor Vassiliki den Anker hatten fallen lassen, stellten wir fest, dass es hier von Windsurfern nur so wimmelte. Später erfuhren wir, dass Vassiliki tatsächlich ein Hotspot für Surfer ist.

Ein Tag in der Bucht beginnt frühmorgens mit Yoga, das die Probanden auf ihren Wakeboards zelebrieren. Am späten Vormittag stechen dann die Anfänger mit Ihren Surfboards in See, ab 15:00 Uhr geht es dann zur Sache, die Spezialisten machen sich fertig. Und pünktlich jeden Nachmittag beginnt es zu pfeifen, Dauer bis in die frühen Abendstunden, dann flaut es wieder ab.

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Yoga oder was auch immer auf dem Brett

Nach so viel Schauspiel sehnten wir uns ein wenig nach Ruhe. Und so ließen wir am 03.08. in einer namenlosen winzigen Bucht an der Ostküste von Kefalonia den Anker fallen, Landleinen sorgten für einen sicheren Halt. Da wir allein in dieser Idylle lagen, war tatsächlich Ruhe garantiert. Am nächsten Tag gesellte sich, zum Glück nur tagsüber, eines dieser unsäglichen Motorboote zu uns. Für ein paar Stunden wurde es unangenehm, wie das so ist mit Motorbootfahrern.

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Bucht an der Ostküste von Kefalonia

Der 03.08. sah uns in Sami, ebenfalls Kefalonia. Wir lagen vor Buganker an der Stadtpier.

Hier erlebten wir erstmalig Hafenkino vom Feinsten. Anleger, die vom verzweifelten Hafenmeister selbst gefahren wurden und Ankersalat in einer Häufigkeit, die wir sonst noch nirgendwo gesehen hatten. Viel Hektik, aber letztendlich lagen alle so, wie es sich der Hafenmeister gewünscht hatte.

Am nächsten Tag lag ein 45 Fußer aus Kroatien neben uns. Wir kommen ins Gespräch und er erzählt uns, dass sein Boot mittlerweile im benachbarten Slowenien untergebracht ist, weil die Kosten in seinem Heimatland zu explodieren beginnen. Das deckte sich mit den Aussagen vieler Segler, die wir unterwegs trafen und die aus diesem Grunde Kroatien den Rücken gekehrt hatten. Obwohl ein seglerisch wunderschönes Revier, hatten wir schon vor einiger Zeit den Entschluß gefaßt, den Abzockern des Mittelmeeres eine Abfuhr zu erteilen, wir werden Kroatien nicht besuchen. Das Gespräch mit unseren Nachbarn bestärkte uns in dieser Absicht.

Am Abend drohte Ungemach in Form eines aufziehenden Gewitters. Da wir nicht auf unser Dinner verzichten wollten, sich andererseits aber Haltekraft unseres Ankers als fragwürdig herausstellte, bot unser kroatischer Nachbar an, die Ente zusätzlich an seinem Schiff zu vertäuen. Dem Angebot kamen wir umgehend nach und gingen beruhigt speisen. Das Unwetter war dann aber letztendlich keines.

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Drohende Wolken in Sami

Vathi auf Ithaka war das nächste Ziel am 05.08. Landschaftlich schön gelegen, mit gutem Ankerplatz (12 m Wasser) und einem Cafe am Ufer. Trotzdem war es nicht so unser Ding, zu voll, zu viel Tourismus. Odysseus hätte auch alle zum Teufel gejagt, wenn nicht schlimmeres getan.

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Praktisch: Cafe gegenüber unserer Ente (die mit dem roten Kleid)

Zum Durchatmen ging’s am 07.08. Richtung Festland, Ormos Petala war das Ziel. Ein wunderschöner Ankerplatz, riesig und trotzdem nur eine Handvoll Boote. Keine Bebauung weit und breit, nur Natur. Genau das Richtige für uns.

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Zum Relaxen gibt’s kaum etwas besseres

Auf dem Weg nach Agios Nikolaos, Zakynthos, Übernachtungsstop an der Ostküste vor Poros. Hier soll Herkules mit der Hand eine Kerbe in den kleinen Hügelzug in Küstennähe geschlagen haben. Die Auswirkungen dieses Kraftaktes spürten wir immer noch, es herrschte Schwell, dass an entspanntes Schlafen nicht zu denken war.

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Hier soll Herkules überschüssige Kraft losgeworden sein

Ankunft Agios Nikolaos am 10.08. Ein netter, heimeliger Hafen, in dem wir erstmalig auf dieser Reise längsseits liegen konnten. Der Tourismus hält sich in Grenzen, einige nette Cafes und Restaurants säumen den Hafen. Es gibt nicht viel zu tun und so vertreiben wir uns die Zeit mit Spaziergängen. Das wird erst anders, als am 13.08. morgens gegen 09:00 ein Gewitter über den Ort einbricht, wie ich es bis dato noch nicht erlebt hatte. Weniger Blitz und Donner waren furchterregend, vielmehr waren es die Windböen, die mit 50 kn über die umgebenden Hügel heranrauschten. Wir waren froh, dass wir längseits an der Mole lagen. Der ganze Hafen war mit einem mal ein einziger hektischer Ameisenhaufen. Leider konnten wir die laufenden Aktivitäten nicht recht verfolgen, weil es mittlerweile so stark zu regnen begonnen hatte, dass die Sicht nicht mehr als 10 m betrug. Was für Wassermassen! Das Schauspiel dauerte etwa eine dreiviertel Stunde, dann kamen reihenweise Ausflugsboote zurück, die ihre völlig verstörte und durchnäßte Fracht an Land setzten. Wieder einmal Hafenkino erster Güte.

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Agios Nikolaos

Am Abend die Anweisung der Hafenpolizei an alle längsseits liegenden Boote römisch-katholisch festzumachen (mit Buganker und Heck zur Pier), es wurde eine Flotille erwartet. Unsere Position an der Pier ließ jedoch das geforderte Anlegemanöver nicht zu und so konnten wir als einziges Boot liegen bleiben. In den späten Abendstunden war es dann tatsächlich rappelvoll, Grund genug für uns, am nächsten Tag nach Zakynthos-Stadt aufzubrechen.

Auf der Fahrt dorthin ein Zwischenstop an einem herrlichen Badestrand. Leider war der Schwell so unangenehm, dass wir nicht lange blieben. Die vorhandene „Marina“ in Zakynthos entpuppte sich als ein überteuerter Liegeplatz ohne Sanitäranlagen. Die stickige Hitze trug ein übriges dazu bei, dass wir nach einem immerhin guten Abendessen am nächsten Tag die Ionische Inselwelt verließen, um Richtung Peleponnes aufzubrechen.

Fazit Ionisches Meer: wunderschönes Revier, kurze Distanzen, Segeln konnten wir vergessen (mangelnder Wind), viel zu voll. Nie wieder im Sommer!

 

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