Kulinaria

Amarone delle Valpolicella, Tenuta Sant‘ Antonio, Selezione Antonio Castagnedi 2003.

gekeltert aus den typischen Rotweintrauben des Valpolicella. Besonderheit: vor der Pressung 3-monatige Rosinierung (Trocknung), Holzfaß obligatorisch.

Dieses Tröpfchen haben wir uns heute (24.06.2012, Sonntag) von den wenigen Flaschen, die wir aus dem heimischen Weinkeller mitgebracht haben, gegönnt.

Mit seinen 15,5 % Alkohol nicht unbedingt ein leichter Sommerwein, aber des nachts als „vino da meditazione“ genossen, bezaubert er durch seine Komplexität aus Aromen von Trockenfrüchten und Röstaromen. Seine Restsüße harmoniert ausgezeichnet mit hochwertiger, dunkler Schokolade, die wir dazu genascht haben. Empfehlung: Porcelana von Amedei (70 % Kakao) oder Domori Chuao 70 % Criollo.

Nachsatz: Einen solchen Wein können die Franzosen definitiv nicht in die Flasche bringen!!!

(Uschi)

 

Der nächste erwähnenswerte Wein stammt aus dem Anbaugebiet Banyuls/Collioure AOC. Es gehört zur Côte Vermeille/Roussillon, wo sich die steilen Hänge der Pyrenäen und das Mittelmeer treffen. Auf den kargen Böden wird hauptsächlich Grenache angebaut – blanc, gris und rouge.

Die klimatischen Bedingungen sind so gut, dass die Trauben für den bekannten Süßwein (vin doux naturell) lange reifen können, um mehr Süße zu erreichen (Trockenbeerenauslese).

Empreintes Collioure blanc 2011, Domain St. Sebastian

aus Grenache gris (90%) und Grenache blanc (10%). Etwa ein Drittel des Weines reifte kurz im Eichenfass. Wenn man ihm Zeit zum Atmen gönnt, entfaltet er einen angenehm vollen und ausgewogenen Geschmack, der ausgezeichnet zu kräftigen Fischgerichten paßt.

Zwei Weine aus unserer Schatzkammer:

Cos d’Estournell 1988, Saint-Estephe

ein Bordeaux mit einem Reifungspotential, von dem wir glauben, dass er jetzt auf dem Höhepunkt angekommen ist. Die Farbe ziegelrot, die Tannine sanft, aber noch vorhanden, viel Würze und ab und an Fruchtigkeit, ein herrlich langer Abgang. Zu Lamm und Bohnen war er ein wundervoller Begleiter.

 

Riesling Auslese 2006 Frauenberg, Weingut Reinhold Franzen, Bremm/Mosel

Das bevorzugte Riesling-Anbaugebiet des Skippers. Nach einem Essen gönnten wir uns ein Gläschen dieses Weines. Sattes Goldgelb, deutliche Pfirsichnote, exotische Früchte, gepaart mit der typischen Mineralik von Schieferweinen (liest man überall. Wir als Mineralogen sind ja vom Fach, trotzdem sind wir nicht sicher, wie sich geschmackliche Unterschiede zwischen magmatischen, metamorphen und sedimentären Mineralen darstellen, kann uns jemand helfen???). Ergebnis: harmonischer Wein mit deutlicher Fruchtsüße, dazu ein Stückchen dunkler Schokolade.

(Uschi)